Samstag, 13. Oktober 2018

Besichtigung von den Gedenkstätten Mauthausen und Gusen in Sankt Georg. Visita a Mauthausen y Gusen


Es waren zwei sehr intensive Tage. Am Freitag fand eine Tagung im Katholischen Bildungswerk Salzburg über Erinnerungskultur von 16 Uhr bis 21.30Uhr statt. Gestern sind wir schon am frühen Morgen mit 25 Teilnehmern nach Mauthausen mit einem Exkursionsbus gefahren. Hochinteressante die Fahrt, aufschlussreich aber auch  traurig. Denn  durch diese Wege der Elend, Gewalt, Leiden zu transitieren, erschüttert einen bis zum Kern. Das sage ich nicht nur als Jüdin, wenn ich auch in dieser Hinsicht vollbetroffen bin, denn meine Familienangehörige sind alle in KZs umgekommen. Das sage ich  einfach als Mensch. So viel Leiden, so viel  Horrortaten in dieser Welt, nicht nur Holocaust in dem Sinne, des jüdischen Volkes,sondern wieviele Völkermorde wurden in der Geschichte verübt? Eine ganze Menge und hier geht es nicht um Relativieren: Leiden ist Leiden.

Die Besichtigung des Lagers Mauthausen mit seiner Kategorie 3 hat mich  wieder mal sehr erschüttert. Schon von außen sieht die Festung aus, wie ein Ort der Vernichtung aus, und so war es auch. Wieviele Menschen haben hier hart gearbeitet, wurden gefoltert, ermordet? Quasi  kann man sagen aus allen Ecken Europas: vor Franco fliehende Spanier, Italiener, Franzosen, Deutsch-Juden, Sozialdemokraten, Tschechen, Polen, Russen. . . . 

Als ich dadurch lief, dachte ich immer wieder, ich gehe hinter "ihren Schritten" 78 Jahren danach und noch heute spüre ich im Innern ihr Leiden. Daher ist meine große Aufgabe im Leben weiterhin Bücher zu schreiben über unbesungene Helden. Menschen, die alles riskiert haben, um Unterdrückten und Leidenden zu helfen. Tapfere und mutige Menschen, die alles wagten und die sich nicht unter Vorschriften decken wollten. Menschen, die immer wieder einen Ausweg gefunden haben, Mensch zu sein.

Nach Mauthausen kam Gusen 1 und 2, Bergkristal. Ein Kapitel für sich, worüberich  nächstes Mal berichtet. Jetzt  fährt unser Zug nach Regensburg ab und den müssen wir erreichen. Dort wartet auf mich weiter hin  meine Lebensaufgabe. . .