Samstag, 4. April 2020

Das Leben in Zeiten des Corona Virus Teil4, Argentinien, ein Extra Kapitel, einfach empörend! La vida en tiempos del Corona Virus, parte 4. Argentina, un capítulo extra. Simplemente indigno!




Buenos Aires, an einem Samstag, der genauso gleich ist wie der Montag, Donnerstag, Dienstag in den letzten Wochen, seitdem die Regierung die Quarantäne am 20.März, ein Tag vor Herbstanfang eingesetzt hat.

Ich sitze am Laptop und normalerweise um 14 Uhr arbeite an meinem neuen Buch, aber die Wut wuchs in mir dermaßen, dass ich irgendein Ventil brauche. Meine Wut, meine Empörung haben nichts mit der Quarantäne zu tun, auch nicht mit den manchmal sogar dummen Maßnahmen, die hier vor Ort von der Regierung  halbblind getroffen hat, sondern mit dem, was diese Regierung von den Peronisten, knapp vier Monate an der Macht , handelt, macht, misshandelt.

Mich irritiert mit welcher Leichtsinnigkeit und fast Verachtung  man uns "Volk" behandeln. Sie unterschätzen  unsere  menschliche Vernunft! Es ist doch klar, die Vernunft, die  nur ein Teil der Gesellschaft hat. Die anderen sind entweder blind oder leben von den Almosen des Staates, ohne  ein einziges Mal gearbeitet zu haben. 3 oder sogar 4 Generationen ohne Arbeitskultur.

Alles begann vor 2 Tagen, als mein Mann Fieber hatte. Da wir nicht heraus dürfen, rief ich eine Telefonnummer  107, Notdienst der Stadt Buenos Aires. In den Nachrichten, Zeitungen, allen Medien wird erwähnt, falls Fieber auftritt, diese Nummer anzurufen, vor allem, wenn es sich um Altersgruppen mit Risiko und mein Mann gehört dazu. Stundenlang versuchte ich die kollabierte Nummer anzurufen, aber nichts. Unmöglich.   Währenddessen stieg auch noch mehr  das Fieber. . . Am Abend hatte ich Glück. . . dachte ich, denn als eine Frauenstimme auf der anderen Seite antwortete. Nachdem ich ihr die Situation geschildert hatte, sagte sie  mir  wie ein Roboter: Der Patient soll drei Tage lang 38.5 haben und erst dann rufen Sie  wieder an. Ich erklärte ihr, mein Mann wurde vor kurzer Zeit operiert und drei Tag mit so hohem Fieber könnte  nicht nur sehr gefährlich , sondern tödlich sein. Daraufhin erwiderte sie: Rufen Sie den Notdienst Ihrer Privat Krankenkasse  an, die sollen kommen. . . Ende des Telefongesprächs und danach  kam die Fragerei, 1 bis 5 , ob ich mit dem Dienst zufrieden war. . .

Ein Glück, dass wir krank versichert im deutschen Hospital sind, was auch nicht direkt einen Notdienst hat, sondern  einen externen, den ich auch anrufen sollte. Wieder die Verbindung kollabiert. . . bis jemand sich meldete, wieder Erklärung der Lage. . . die Stimme versprach einen Notarzt nach Hause zu schicken. Innerhalb einer Stunde klingelte der Arzt gemurmelt an der Tür. Ein Gefühl der Erleichterung überfiel mir. Der Arzt untersuchte José, gab ein paar Anweisungen und ging ja wieder weg. Nun ist das Fieber verschwunden, Gott sei Dank!!!

Aber, was geschah im Regierungshaus während wir jene Stunden verzweifelt waren?   Der Präsident Fernandez und ein paar Minister hatten sich getroffen und sprachen vom Erlassen eines Notstandsdekrets - das Parlament, der Kongreß tagt derzeit wegen der Quarantäne nicht, also keine Opposition. . .-über die Verstaatlichung der Privat Krankenkassen, was vollkommen verfassungswidrig ist.

Wir haben unser ganzes Leben hart gearbeitet, um uns  das Deutsche Hospital zu "gönnen", was überhaupt nicht billig ist, damit es plötzlich vom  korrupten Staat verwaltet wird. Nein, das wäre  einer der schlechtesten Alpträume in unserem Alter. 

Das Gesundheitssystem kollabierte ( besser gesagt "platzte") in Argentinien seitdem ich mich noch erinnern kann.  Mein Vater erlitt 1960 auf der Straße einen Herzschlag und der Krankenwagen kam 90 Minuten später an. Mein Vater war schon tot. Das heißt vor 60 Jahren nützte das staatliche Gesundheitssystem für nichts und wieder nichts. Und nun will die Regierung durch Notstandsdekret sich eignen, und was wird danach? Unsere Wohnungen sollten wir auch mit Obdachlosen teilen, anstatt dass der Staat Heime zur Verfügung stellt??? Und was wird danach? Das ganze hat nur die morbide Farbe á la Chavez/Maduro, Kuba.

Und noch dazu ein mörderischer Versuch! Siehe Bilder oben. Die Banken  hatten auch seit 20.März zu. Gestern mussten die armen Rentner, ja, ja, hier ein Rentner ist  wirklich sehr ARM , mit dem was er an Rente  bekommt, kommt bestimmt nicht über die Runde aus, sollten ihre spärliche Rente auf der Bank einkassieren. Und die Warnung war: Zu Hause bleiben, Quarantäne respektieren, damit man geschützt wird. . . bla, bla, bla und alle sind  tatsächlich zu Hause geblieben, während die korrupten Politiker, die Regierung, die Cristina Kirchner, die ägyptische Architektin des Bösen über unser Leben, Vermögen, Häuser, Gesundheitssystem entscheiden. Die wollen uns einfach alles wegnehmen, aber unsere Würde, unseren Frieden, Freiheit NEIN, NIEMALS. Die Rentner sind schon vorgestern auf die Banken gegangen und standen lange Schlangen, sogar über die Nacht, um ihr miserables Geld, die paar Almosen nach so vielen Arbeitsjahren zu ergattern. Sie standen, wie auf den Bildern  sieht man, ohne Abstand, dicht einander. Viele brachen um. Ist das nicht ein GENOZID? Mit welcher Absicht? Um diese Rentenempfänger einfach "los zu werden". Man redet von 2 Millionen Rentner im ganzen Land haben sich gestern vor Banken anstellen müssen. 2 Millionen weniger während der Pandemie? Hoffentlich nicht!

Warum ich darüber schreibe? Damit alle in der Welt wissen, was hier vorgeht. Niemand wird mich stillschweigen können. Es ist meine höchste Aufgabe, es ist mein Muss die Wahrheit zu verbreitern.


Montag, 30. März 2020

Das Leben in Zeiten des Corona Virus, Teil 3, die Auswirkungen in der Gesellschaft. La vida en tiempos del Corona, parte 3. Los efectos en la sociedad.

Blätter fallen aus den Bäumen in diesem Herbst 2020 in der südlichsten Hauptstadt des südamerikanischen Kontinenten. Buenos Aires ,ansonsten eine pulsierende Stadt wurde fast zur Einöde aufgrund des Ausnahmezustandes. 

Polizeistreifen patrouillieren die menschenleeren Straßen und wenn man keinen gültigen Passierschein hat oder  nicht zum Supermarkt oder zur Apotheke geht, wird  erst gewarnt, aber beim zweiten einfach bestraft.

Tag zu Tag wächst die Polizeikontrolle. Man muss nämlich im eigenen Häuserblock bleiben! An den Straßenkreuzen werden Autos angehalten, auch als Passant wird man  angefragt fast wie verhört. 

Menschen in meinem Alter kennen diesen Zustand aus der Zeit der Militärdiktatur. . . aber jüngere erleben ein ganz merkwürdiges Gefühl. Das Gefühl, es fehlt einem die Freiheit, die Souveränität sich frei irgendwohin zu begeben.

Jedoch hat diesmal eine ganz andere Bedeutung. Und das man zu Hause bleiben muss, weil draußen der undurchsichtige Feind lauert, gehört  nun zum Alltag in Zeiten der Pandemie. 

Wohin man in diesen Tagen zuerst schalten soll, überall Ungewissheit. Italien: mehr Tote als in China. Spanien: das Gesundheitssystem steht vor dem total Kollaps. Brasilien und Mexiko: ein Gericht soll den Präsidenten Bolsonaro und Lopez Obrador die Leute aufzumuntern, ihrem Alltag unverändert nachzugehen. USA: der höchste Anstieg aller Conavid 19- Fälle in der ganzen Welt. In Deutschland: Ausgangssperre bis zum 20.April und hier in Argentinien nach einer gestrigen Rede des Präsidenten Alberto Fernandez strikter Ausnahmezustand bis 19.April. Danach weiß nur der liebe Gott.

Die Pandemie, diese unbarmherzige Seuche bringt mit sich nicht nur Erkrankte, Tote sondern auch schreckliche Auswirkungen in der Gesellschaft, sozial, wirtschaftlich. Viele wissen nicht, was so viele Stunden zu Hause  was anzufangen und mit der Zeit und wenn es keine Selbstdisziplin gibt, treten Angstzustände auf. Vor allem wenn man mit dem Gedanke spielt: "Und wie wird es danach???" Alle sehnen sich selbstverständlich nach Normalität. Die Normalität wieder zur Arbeit, zur Uni, Schule zum Fitness Zentrum, usw zu gehen. Sich mit Freunden mit der Familie treffen, ins Kino, ins Theater, Joggen, wandern. Wie schön ist es frei zu sein! Vielleicht am Tag danach, an dem Tag after , am Tag D werden viele mit der Freiheit nichts anfangen können oder würden einfach zu Hause "geschützt" vor der Außenwelt, die im Moment unser Feinde Nummer 1 ist, bleiben wollen. Aber  andere und das  werden die meisten sein, werden bestimmt die Freiheit viel mehr schätzen.

In solchen Situationen hilft , unter vielen Ratschlägen die Resilienz, unsere psychische Widerstandsfähigkeit. Unsere Fähigkeit Ängste im Alltag zu überwinden ist keine leichte Aufgabe, nur mit Disziplin, mit Überlegung, mit Arbeit kann man dieses erdrückendes Gefühl überwinden. 

Mir hilft sehr meine natürliche Umtriebigkeit, mein Drang alle Tätigkeiten für GESTERN fertig zu haben. Von Morgen bis Abend erstelle ich eine Liste mit Aktivitäten und der Tag reicht mir einfach nicht. Und das Wichtigste, man wird negative Gedanken los. Ich schreibe an meinem neuen Buch, ich erledige vieles, was ich in normale Zeiten immer pending sind. . .rede viel mit meinem Mann, führe Haushalt, gehe Gassi mit Madame Daphne, telefoniere über Whatsapp oder Skype mit Freunden oder Veranstaltern im Ausland, plane, plane und plane...

Diese Zeit wird auch vergehen und bald auch Geschichte. Der einzige Weg  sie zu überwinden ist in uns selbst. In uns ist die magische Kraft, womit wir den Feind besiegen können.

Erika Rosenberg, eine Autorin in Zeiten der Pandemie


 

Mittwoch, 25. März 2020

Das Leben in Zeiten des Corona Virus, Teil 2. La vida en tiempos del Corona, parte 2. Life in the time of Pandemie, Part 2

Buenos Aires, 17.30 Uhr eines unüblichen Mittwochs im herbstlichen Monat März. 5.Tag der Ausgangssperre. Ausnahmezustand. . . und manche begreifen es nicht, dass soziale Distanz das Wichtigste ist, um die Ausbreitung des Corona Virus zu drosseln.

Buenos Aires hat insgesamt 110 Ein-/Ausfahrten, von denen nur noch ein paar offen  und  unter starken Kontrolle bewacht sind. Man darf nur mit gültigen Passierscheinen durch und trotzdem sind manche immer die Dümmsten, die gegen das Gesetz verstoßen. Wie Albert Camus einmal schrieb: Die Dummheit ist immer beharrlich. Oh, nein  der Mensch lernt ja nicht.

Gestern schien die Sonne aus einem Seiden blauen Himmel, die Temperatur stieg unüblich im Herbst bis auf 32 Grad Celsius und viele trauten sich trotz Ausgangssperre rauszugehen,  typisches Argument: Ich gehe zum Supermarkt, in die Apotheke, habe ältere Familienmitglieder, die ich besorgen muss. . .andere auf der Autobahn bei einer Kontrolle wurde von der Polizei einfach geschnappt. Warum? er hatte im Auto Surfbretter und wie er sagte kam aus Brasilien, wie es ihm über die Grenze gelang, wahrscheinlich  funktionieren dort auch nicht die Kontrollen, ist es mir persönlich ein Rätsel. Jedenfalls wurde er mit der Polizei zu einer Domizil, was er angab von seinen Eltern, gebracht mit der Warnung 14 Tage zu Hause zu bleiben. Aber heute wurde der junge Mann wieder an einem Badeort an der südatlantischen Küste angehalten. . . Und das ist ein grobes Beispiel, das wir hier im Lande  leider Gottes multiplizieren sollen.

Die Regierung bleibt strikt und heute verschärfte die Kontrollen. Bei einem meiner kurzen "Spaziergängen" mit Madame Daphne -um den Häuserblock- sah ich vor einer Stunde einen jungen Polizisten mit Atemmaske eine ältere Frau anhaltend. Die Frau hatte ihren Personalausweis  herausgenommen und der Polizist notierte die Nummer in einem Block. Als ich wieder an diese Ecke 7 Minuten später vorbeiging hielt er ein Pärchen, man darf nicht zu zweit auf die Straße gehen. Gleiche Prozedur wie bei der älteren Frau. . . Manche  "müssen" leider bestraft werden um das zu begreifen. Tja, wir leben  in einer Zeit, wo  viele Menschen wie Androiden sind, humanoid,einfach humanoid. Wir verleihen ihnen Werte, Gefühle, Handlungen, die sie nie haben werden und auch niemals gehabt haben.

 Apropos  "Spaziergänge" mit Madame Daphne.  200 Meter von uns um die Ecke ist ein Hochhausgebäude aus den 30 er Jahren. Der Eingang ist  ausgerechnet in der Ecke. Der Bewohner der Wohnung in der Parterre scheint immer seine Wohnung zu entlüften und hat Fenster auf, von morgens bis abends. Normalerweise gehe ich meinen Weg mit Daphne ohne nach rechts oder links zu schauen, aber an diesen Tagen wächst meine Neugierde auf der Straße und ich warf heute morgen einen kurzen Blick in den Raum, was ich denke, es ist die Wohnstube. Plötzlich blieb mein Blick an einem Porträt von Anna Frank hängen. Ich fragte mich sofort, was macht das Porträt von Anna Frank dort, warum? Das werde ich ja niemals erfahren, aber  auf jeden Fall hat mich der Gedanke den ganzen Nachmittag befasst. Die Menschen hier wollen nicht to stay at home, nicht zu Hause bleiben, nicht mal eine kurze Zeit um sich und andere vor der schleichenden Seuche zu schützen mit der Sicherheit und Gewißheit, dass dies auch  bald ein Ende haben wird. Wie war es mit Anna Frank? War sie nicht  2 und halb Jahren in einem Keller versteckt und war dieses Versteck nicht die Rettung. Was  geschah dann als sie  das Versteck verließ?

Jeder, der denkt ein paar Wochen ist das ganze Leben und wir würden "zugrunde gehen", wenn wir unsere Nägel  nicht machen lassen können, oder einfach zum Freisseur zu gehen, oder sich mit der Clicke treffen. . . bitte in so einer Situation das sind extreme Banalitäten und daher  behaupte ich immer wieder wie oberflächlich manche Menschen sind. Androiden???

Schade oder eben nicht, dass meine Eltern nicht mehr leben, aber wie war es damals? Sie überlebten 2 Weltkriege, Hungernöte, Flucht, die Entwurzelung der Heimat, das Verlieren  der Familienmitglieder, das Einleben in einem fremden und rassistischem Land wie Argentinien damals  war. Wie schwer unsere Eltern arbeiten mussten, alle nämlich, meine und auch andere, die in der Heimat blieben und auch  Deutschland aus den Trümmern des Krieges heraus holen mussten. Meine Herrschaften, sie haben es nicht besser gehabt. Man wurde viele Jahre mit alles und vor allem Frieden und Wohlstand verwöhnt und hier in Argentinien  trotz so vielen Wirtschaftskrisen mit vollem Bauch gingen  an die Barrikaden, Peronisten gegen Radikalen , Regierende gegen die Opposition.... Jetzt sind zum Glück alle einig, es gibt  einen einzigen Feind! Das Bla, bla, bla der Politiker war und ist teilweise zum Kotzen hier in Lateinamerika: Lopez Obrador in Mexiko schickt Menschen ins  Restaurant anstatt einen Ausnahmezustand zu verordnen, Bolsonaro in Brasilien  behandelt das Corona Virus wie "ein Vogelschiss", was mich an Gauland erinnert, mein Gott wie grotesk ist diese Welt.  Und Tramp????

Inmitten des Unglücks der Seuche und der schrecklichen Wirtschaftslage Argentiniens haben wir hier etwas Glück, denn der Präsident Fernandez  den Gesundheitszustand im Griff hat und momentan hält Cristina Kirchner  ihr arrogantes Maul, das die Justiz ihr schon vor Jahren stopfen sollte.  Wenn es jemand gibt, der gegen das Gesetz verstoßt hat, ist nämlich sie. Sie war vorige Woche in Kuba und holte ihre Tochter mitten der Ausgangssperre ab. Sie ist die Vize und bekommt von uns Volk ein Gehalt. . . Aber was Verbot ist, ist Verbot, oder?

Wir werden aus diesem schwarzen Loch der Ungewißheit, der Angst hieße es in diesem Fall Corona Virus bestimmt heraus, aber mit einer großen Lehre wie Bert Brecht in seinem Lied von der Moldau schrieb:

Das Große bleibt nicht groß, das Kleine nicht klein

Es wechseln die Zeiten

Die Nacht hat 12 Stunden, dann kommt wieder der Tag!


Einen schönen Abend aus Buenos Aires und morgen, morgen wird es schon viel besser!

Sonntag, 22. März 2020

Das Leben in Zeiten des Corona Virus. La vida en tiempo del Corona Virus. Life in times of Corona Virus. La vita in tempi del Corona.

Sonntagabend in Buenos Aires. Aber nicht irgendeiner Sonntag im herbstlichen Monat März in der Südhalbkugel. Alles ist sehr merkwürdig, unüblich, und wenn man die richtigen Adjektive suchen will, wird sie wirklich nicht  finden, denn Adjektive beschreiben etwas und die Gefühle, die wir  heute Menschen haben, sind  irgendwie unbeschreiblich. Und warum???, ganz einfach, weil wir Menschen gar keine Vorkenntnisse dieser Gefühle in unserem Leben haben. Ist es Angst, Panik, Unsicherheit? Das Leben wurde plötzlich sehr fragwürdig und vor allem stehen wir vor Unbewusstes und merken, dass unser Feind unsichtbar ist. Wir merken auch auf einmal, wie schwach und verletzlich die Menschheit ist. Eine kleine Seuche, Bazille, ein Virus kann uns alle von der Weltfläche ganz rapide verschwinden lassen. Wir, Menschen, die bis jetzt unsere Erde verseucht, vernichtet, kontaminiert haben, ja. . . wir,Menschen mit unserem Egoismus, unserer unersättlichen Gierde, unserer Arroganz und ganz komischer Weltanschauung . . . und was sind wir nun? nur kleine Nussschalen getrieben von hohen Wellen mitten eines Taifuns. Von hier, bis da, von da, dann zurück ohne das rettende Ufer zu ersichten.  So scheint es mir nun die Lage zu sein in Zeiten dieser Pandemie.

In Argentinien herrscht schon seit drei Tagen Ausgangssperre. Niemand darf raus, nur Supermärkte, Apotheken,  Bäckereien , Tante Emma Läden sind offen.  Hundebesitzer dürfen eine Runde um den Häuserblock drehen, selbstverständlich mit Hündchen und ohne Begleitung. . . ein ganz komisches Gefühl ist zu sehen die menschenleeren Straßen, die Schlange vor dem Supermarkt. In einer so pulsierenden Stadt wie Buenos Aires ist es ganz eigenartig.

Aber etwas habe ich in den letzten Wochen schon gemerkt, die bis jetzt so gravierende politische Spalte zwischen Peronisten/Kirchneristen einerseits und andererseits andere Parteien verschwindet Tag zu Tag. Die Argentinier haben nun mal endlich "einen gemeinsamen Feind": Das Corona Virus.

Plötzlich die besorgniserregende Lage, die hohen Zahlen der Tote in China, Italien, Spanien wirken wie ein Heilmittel gegen die furchtbare Spalte, die in Argentinien über 70 Jahre seit Peron´s Zeit herrschte. Ja, meine Herrschaften, alle haben Angst und das ist  viel ansteckender als das Virus selbst.

Wie es weiter gehen soll, weiß niemand, nicht mal Hellseher, denn es gibt ja keine. Aber auf jedem Fall werden viele daraus eine Lehre ziehen und bestimmt wird danach die Welt gefühlvoller, liebenswürdiger, menschlicher, solidarischer. Davon bin ich mir sicher!Ich überlasse Euch,meine lieben Leser  diese Überlegung! Ich wünsche allen einen guten Wochenstart und mit herzlichem Gruß aus der Stadt der guten Lüfte. 

Montag, 9. März 2020

Erika Rosenberg und das Corona Virus: Wie ich es sehe. . . Erika Rosenberg y el Corona Virus: Lo que yo pienso. ..

Die ganze Welt fürchtet sich vor etwas Unheimliches, Unbekanntes, einer Krankheit, einem "neuen" Virus. In allen Munden, in allen Sprachen hört man Menschen die "neue" Todesgefahr zu artikulieren: Corona Virus.

Corona Virus, hier, Corona Virus da überall, außerhalb der geographischen Grenzen. Flughäfen weltweit verschärften in den letzten Tagen die Maßnahmen, damit eventuell infizierte Menschen nach der Ankunft in Quarantäne zu Hause bleiben. Die Zahl der Erkrankte steigt meteorisch, auch fallen alle Börsen in der Welt, die Wirtschaft zerbricht. Alle haben Angst,Angst zu erkranken, Angst Vermögen zu verlieren, existenzielle Angst einfach um die Ecke. Die Gefahr existiert  1 Meter von uns weg. Die Psychose steigt und steigt und lässt uns nicht los. 

Ich selber habe ich die letzten Tage mehrmals innerhalb von 24 Stunden mein Fieber gemessen. . .Passe auf, dass ich keine Halsschmerzen habe, auch keine komischen Symptome. Ich frage mich immer wieder: Wo ist wirklich die Krankheit? in meinem Körper? nein, in meinem Kopf. . . ja, eher.

Ein rascher Besuch im Supermarkt und merke ich mir, wie die Gondel halb leer sind. Hamsterkäufe auch hier in Südamerika? Oh, ja, obwohl uns nicht nur die Gefahr vor Corona Virus droht, sondern auch  Dengue, Masern, Femizid, Korruption, Inflation, Default. . . Heute telefonierte ich mit einer Freundin in Deutschland, ihre Sorgen und von deren Bekannten sei es keine Nudeln oder Klopapier zu haben.Mein Gott, abgesehen von hier, vom Süden des Südens das ist  einfach eine Banalität.  

Sicher ist das Corona Virus lebensgefährlich, aber nicht gefährlicher als andere Pandemien in der Geschichte wie Ebola, HIV, Influenza, - und wie war es mit Syphilis  (Rosa Pest) in Frankreich zu Anno dazumal? Wovor bangen wir uns? Haben wir schon alle Plagen vergessen, die die Menschheit bedroht hat? Und dennoch leben wir noch! Und werden auch noch lange leben, immer wenn, man die Umwelt pflegt, immer wenn man Gewässer nicht verseucht, immer wenn wie zum Beispiel in meinem Land Argentinien die korrupten Regierungen sich um die verhungerten Kinder der Eingeborenen  im Norden kümmern würde und wenn auch Aufklärungskampagnen gegen Alkohol und Drogen durchgeführt würden.

Im Moment ist die Welt so sehr auf das Corona Virus fokussiert und vergisst die anderen Geißel der Menschheit, die auch ganz nah von uns lauern und wir deren Gefahr minimisieren. 

 

Donnerstag, 27. Februar 2020

Fernsehinterview , Thema mein Werk Carl Lutz und die Rettung ungarischer Juden vor dem Holocaust, französische Ausgabe. Entrevista televisiva.hablando acerca de mi obra sobre Carl Lutz. TV Interview in a local chanel

Schon am Ende dieses Sommers in der Südhalbkugel wurde ich gestern von einem TV Sender eingeladen um über das Leben und Wirken von Carl Lutz zu berichten. Es war ein sehr interessantes Gespräch  vor den Kameras mit einem Fazit: Wer ein Menschenleben rettet,  der rettet die ganze Welt. Carl Lutz rettete in Ungarn vor dem Holocaust mehrere tausend Juden. Ein mutiger Held in schwierigen Zeiten, ein Vorbild für die jungen Generationen.
  

Sonntag, 23. Februar 2020

Die französische Ausgabe meines Werkes über Carl Lutz erscheint im nächsten Monat. La traduccion al frances de mi obra sobre Carl Lutz aparecera el proximo mes. French version of my book over Carl lutz is coming on in March

Am 10.März wird das Licht der Welt mein Werk über Carl Lutz in französischer Sprache sehen. Für eine Autorin ist immer solches Anliegen eine große Genugtuung. Es ist wie die Geburt eines Kindes, in diesem Fall eines literarischen Kindes. Bald werden die französisch-Sprechenden über Leben und Werk von diesem "unbesungenen Helden", der sein Leben zwischen 1942 und 1945 riskierte um von Nationalsozialisten bedrohten Menschen zu retten.  Dieses Buch zu verfassen war mir eine große Ehre. Mich mit  dieser Geschichte zu befassen  als Fortsetzung von Schindlers Leben und Wirken, von Don Gilberto Bosques, u.a. bedeutete und bedeutet immer noch eine große Herausforderung. Aber innerlich erfüllt meine Seele und mein Herz. Denn ausgerechnet sind diese Persönlichkeiten, die heute als große Vorbilder das Leben der Gesellschaft führen sollten.  Wer ein Menschenleben rettet, der rettet die ganze Welt.