Dienstag, 13. Dezember 2016




  • „Gegen das Vergessen unbesungener Helden" - Workshop mit Frau Rosenberg-Band am Westfalen-Kolleg

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    Frau Erika Rosenberg-Band
    Frau Erika Rosenberg-Band
    In der ersten Adventswoche konnte sich das Westfalen-Kolleg über besonderen Besuch freuen. Die Nachlassverwalterin und Biografin der durch die Rettung von 1200 Juden bekannten Familie Schindler, Erika Rosenberg-Band, war im Rahmen einer dreitägigen Dortmund-Reise an das Weiterbildungskolleg gekommen, um mit den Studierenden einen ganzen Tag das Leben der Familie Schindler zu beleuchten.
    Im Zentrum des Vortrages und des sich anschließenden Workshops stand dabei die Auseinandersetzung mit Emilie Schindler. Neben ihrem Mann, Oskar Schindler, dessen Leben und Wirken in der Steven Spielberg-Verfilmung „Schindlers Liste“ dargestellt wurde, spielte auch Emilie Schindler eine heldenhafte Rolle bei der Rettung der Juden. Auf diese Rolle aufmerksam zu machen, hat sich Erika Rosenberg-Band zur Aufgabe gemacht. Hierzu führte die in Argentinien lebende 65-Jährige ihre Zuhörer durch einen interessanten Vortrag mit Original-Dokumenten und Quellen und erzählte den rund 30 Studierenden sehr persönlich über ihre von 1990 bis zu Emilies Tod bestehende enge Freundschaft. Im Anschluss daran hatten die Studierenden die Möglichkeit sich in Kleingruppen noch intensiver mit den von Frau Rosenberg-Band bereitgestellten Dokumenten, wie z.B. der berühmten Liste der durch Schindler geretteten Juden, auf unterschiedliche Art näher zu befassen.
    Dabei entstand ein Plakat, das sich kritisch mit der Vorbildfunktion Oskar Schindlers beschäftigt, ein fiktives Interview, das die Rolle des deutschen Diplomaten Georg Ferdinand Duckwitz bei der Rettung der Juden beleuchtet, und ein Film, der das Leben Emilie Schindlers thematisiert. Mit Unterstützung des Jugendrings Dortmund und der BotschafterInnen der Erinnerung konnten sich die Studierenden auch kritisch mit nationalsozialistischen Parolen und Zeichen auseinandersetzen. Alle Arbeitsergebnisse werden bei einer Ausstellung am 27. Januar 2017 im Rathaus zu sehen sein.
    Das Westfalen-Kolleg Dortmund ist eine Schule des Zweiten Bildungsweges. Das „Abitur nachholen“ kann man hier zwei Mal im Jahr, zum Sommertermin (gemeinsam mit den Gymnasien) und zum Wintertermin, zu dem nur an Weiterbildungskollegs das Abitur erlangt werden kann. Zum nächsten Semesterbeginn am 1. Februar 2017 sind sowohl in den Bildungsgängen „Kolleg“ und „Abendgymnasium“ als auch in „Abitur-Online“ noch Plätze frei. Informationen finden Sie unter: www.westfalenkolleg-dortmund.de oder 0231/139050.

    Frau Erika Rosenberg-Band

    Studierende des Westfalen-Kollegs lauschen den Worten von Frau Rosenberg-Band

    Samstag, 10. Dezember 2016

    Noch eine Stunde in Lochhausen. . . Koffer schon eingepackt. Todavía una hora en nuestra casa aquí en Munich, Lochhausen. Las valijas listas. . .

    Ein wunderschöner blaue Himmel, Sonnenschein, die Natur will uns  schön verabschiedet. Mit fertigen Koffern, alles aufgeräumt, Heizung ausgemacht, Kühlschrank leer und ausgeschaltet. Hinter uns viele Monate harter Arbeit, harter Leistung, aber faszinierend interessant, so interessant, das ich alles nochmal machen würde. Jetzt kommt die Zeit der wahren Bilanz, der Überlegungen, der Verarbeitung  der  Erlebnisse hier in Europa. Der südamerikanische Sommer ist  auch geeignet, danach  rüber zu denken. Zwischen Arbeit und Arbeit und Projekt und Projekt werde ich bestimmt  die nötige Zeit  dafür finden.

    Ich schaue aus dem Fenster in den Garten. Meine Augen weilen beim  kahlen Pflaumenbaum. Auf einer Ast  macht ein Eichhörnchen akrobatische Bewegungen. Wirklich niedlich,süß. An jedem Tier erkenne ich ein bisschen unsere liebe Madame Daphne, die auf uns  in Buenos Aires wartet und mit der ich am Montag zum Frisiersalon gehen soll. 32 ° Grad Celsius und bestimmt strahlender Sonnenschein, aber auch  zu heiß.

    Als wir im August hierüber gekommen sind, sah der Garten aus wie in Babylonien, alles grünte, die Apfel und Pflaumenbäume voller Früchte, die wunderschönen Blumen schmückten jede Ecke. Heute sieht der Garten etwas düster aus. Ein trauriger Abschied, als ob  es mit unserem  Gemüt einstimmen würde.

    In einer halben Stunde fahren wir zum Flughafen, letzte Fahrt auf der Autobahn in diesem Jahr 2016 und dann bis Frühjahr 2017. Bis dahin wird hier alles den  üblichen Weg gehen. Aber wenn wir hier wieder sind, wird es uns scheinen, als ob  wir Deutschland nie verlassen hätten.

    An alle Leser meines Blogs einen schönen Samstag und bis zum nächsten mal  von anderer Seite der Welt.

    Freitag, 9. Dezember 2016

    Letzten zwei Veranstaltungen in Koblenz. Ultimas dos conferencias en Koblenz.

     

    Letzte Fahrt mit dem ICE in diesem Jahr 2016. Der Zug rollt und rollt. Draußen ist dunkel geworden, drinnen eine besondere Atmosphäre, es riecht nach Feierabend, nach Wochenende, nach Freitag. Ein Glück, dass wir gestern noch zwei Sitzplätze im überfüllten Zug reservierten, sonst hätten wir heute  von Koblenz nach München stehen müssen. Das hätte wirklich keinen Spaß gemacht. Wenn ich  gleich daran denke, ich muss noch alle Koffer einpacken, aufräumen, Sachen aussortieren, Pakete ausmachen, die uns Freunde freundlicherweise zukommen ließen, die Gegenstände in den Koffer einpacken. . . Oh, mein Gott, noch so viel zu tun und  kurz vor unserem Rückflug nach Buenos Aires.

    Fast erschöpft sitzen wir im Zug. Es waren anstrengende Tage, aber heute ging die Vortragsreihe 2016 schließlich dem Ende zu. Die letzten zwei Veranstaltungen an verschieden Schulen in Koblenz. Vom Hotel heute morgen  in eine Schule, dann nach dem Vortrag in die andere. An beiden sehr interessierte Schüler, Lehrer und Leitung. Vielen lieben Dank!  Und bis zum nächsten Jahr 2017.

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    Was die Presse meint. Lo que la prensa opina

     

    Erika Rosenberg, Zeitzeugin zweiter Generation, berichtet aus dem Leben der Familie Schindler

    Erika Rosenberg machte eine emotionale und packende Zeitreise mit den Schülerinnen.	 Foto: hbz/Sämmer

    Erika Rosenberg machte eine emotionale und packende Zeitreise mit den Schülerinnen. Foto: hbz/Sämmer

    Von Andrea Lischtschuk

    MAINZ - „Wer ein Menschenleben rettet, rettet die ganze Welt“, ein Zitat aus dem Talmud und aus Steven Spielbergs „Schindlers Liste“, das unter die Haut geht. Emilie und Oskar Schindler haben gemeinsam viele Leben gerettet. Was blieb dem Ehepaar am Ende?

    Prof. Dr. Erika Rosenberg sprach als Zeitzeugin der zweiten Generation vom Leben unbesungener Helden in der 13. Klasse der Maria-Ward-Schule. Packend und emotional ermöglichte Rosenberg den Schülerinnen eine Zeitreise in das Leben der Schindlers, die sie aus erster Hand von ihrer Freundin Emilie Schindler erfahren hat. Rosenberg sieht es dabei als eine ihrer Lebensaufgaben, vor allem von Emilie zu erzählen – einer Frau, die in den Geschichtsbüchern oft nur im Schatten ihres Mannes steht. „Hinter einem starken Mann steht immer eine noch viel stärkere Frau“, begann Rosenberg ihre Erzählungen zu einem Ehepaar, das 1200 Menschenleben rettete. „Ich sage bewusst Menschen und nicht Juden, denn an erster Stelle sind wir alle Menschen.“ Es sei egal welcher Religion man angehöre oder welche Staatsangehörigkeit man habe.

    Hochkonzentriert lauschten die Schülerinnen den Erzählungent, die sie so nicht in Geschichtsbüchern lesen können. Rosenbergs Interesse an den Schindlers war persönlich motiviert: Als eine Tochter geflüchteter Juden wuchs sie in Argentinien auf – eine Welt, in der der Holocaust verdrängt wurde. Schon im Kindesalter plagten sie Fragen, wieso sie keine Großeltern habe, eine Antwort erhielt sie von ihren Eltern nie. Als sie älter wurde, wollte Erika Rosenberg ein Buch über die Einwanderung nach Argentinien verfassen und lernte dabei zufällig Emilie Schindler kennen, die völlig von der Geschichte vergessen und verarmt 60 Kilometer südlich von Buenos Aires lebte, wo Rosenberg zuhause war. „Wie kann ein Mensch, der so Großartiges geleistet hat, so in Vergessenheit geraten? Wo ist die Dankbarkeit der Geretteten?“ – Eine Frage, die sich Erika Rosenberg bis heute nicht beantworten konnte. Verbunden fühlte die Wissenschaftlerin sich vor allem wegen der gemeinsamen Geschichte zu Emilie Schindler: „Sie hat verfolgte Juden gerettet und ich bin die Tochter verfolgter Juden“. Ja, auch Emilie Schindler hat Leben gerettet, nicht nur ihr Mann. „Emilie konnte nie wegsehen, wenn ihr Leid berichtet wurde“, so Rosenberg. Eine Tatsache, die oft verdrängt würde.

    Faktencheck der Spielberg-Verfilmung

    Ein Faktencheck von Steven Spielbergs „Schindlers Liste“ blieb bei dem Vortrag nicht aus: So habe der Ring, den Oskar Schindler von den Juden erhält, nie existiert und das Geld für die Fabrik erhielt Oskar nicht von einem Juden, sondern von seinem Schwiegervater – so viel zur Recherche Spielbergs. Emilie Schindler war für den Filmemacher wohl unbedeutend.

    Donnerstag, 8. Dezember 2016

    Zwei Veranstaltungen in der Maria-Ward-Mädchenschule Mainz. Dos conferencias en la escuela Maria-Ward en Mainz.

     

    Koblenz Hauptbahnhof um 7.30 Uhr. Viele  Menschen kommen und gehen, alle in  raschem tempo.  Für die meisten beginnt der Tag, für andere hat der Tag schon viel früher angefangen. Andere kommen bestimmt von  einer Nachtschicht zurück. So ein Treiben  geschieht jeden Morgen an  den Bahnhöfen. Das wissen wir viel zu gut, weil  wir auch ständig mit der Bahn fahren, kreuz und quer durch die Bundesrepublik.

    Heute führte uns der Weg zur vorletzten geographischen Station  dieser langen Vortragsreihe in Europa. Mainz, eine wunderschöne Stadt am den vielbesungenen Rhein.

    Mit einer Verspätung  von 10 Minuten kam  der IC in Koblenz an. Ich guckte auf die Uhr, ob wir rechtzeitig in Mainz für die erste Veranstaltung in der Maria-Ward-Mädchenschule um 9.30 Uhr ankommen würden.  Oh, ja!

    Die erste Veranstaltung  war gedacht für  Schülerinnen,  der 13.Klasse, nächstes Jahr  machen sie Abitur. Wir gehen in den Raum ein und die Mädchen sitzen schon da, erwartungsvoll, neugierig, was ich zu erzählen hätte. . . Nach  den lieben Begrüßungsworten von der  Schulleiterin Fr. Dr. Andrea Litzenburger, ergreife ich das Wort. Zum x.mal berichte ich über Leben und Werk der Emilie und Oskar Schindler, über ihre heldenhafte Rettungsaktion, jedoch merke ich, es ist immer wieder anders. ich merke,  die ganze Geschichte packt mich wie am Anfang, sogar  viel mehr. Ich spüre die Leidenschaft in meinen Adern, meinem Herzen und Geist, genau  wie 1990 als ich Emilie kennen lernte.Heute ist es aber anders, weil ich mir nun  zur Aufgabe machte, die Geschichte  an junge Menschen übergeben, so zu vermitteln, wie es war, ohne Hollywood, ohne “Schminke”. Die Mädchen werden aufmerksamer,  ernster. Plötzlich tauchen Fragen auf. Ich erzähle weiter,zeige die Power Point Präsentation,  lese aussagekräftige Passagen aus meinem Buch.

    Wie im Nu vergeht die Zeit,es klingelt. Gott sei Dank schaffe ich noch die letzte Folie der PPS zu zeigen.

    Eine der Schülerinnen, Alina kommt nach vorne und übergibt mir ein Präsent: Schokolade und eine wunderschöne Karte.  Alle klatschen.

    Dann schnell nach unten in den Gewölbekeller, wo die nächste Gruppe mit 160 Schülerinnen der 10.Klasse schon auf mich warten. Ich erzähle wieder von vorn heran, wieder Fragen, Hände hoch, die sich melden, sie wollen mehr wissen. . .

    Die Zeit ist mit uns unbeugsam, ich  bedanke mich und nehme Abschied von  den Anwesenden. Wieder werde ich  beschenkt: Tolle Ferrero Pralinen, eine CD mit ausgezeichneter Musik, eine schöne Karte. Vielen lieben Dank! Tolle Schule, ausgezeichnete Leitung, Lehrer und Schülerinnen. Und vielleicht bis zum nächsten Jahr!!!

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    Schindler-Biografin zu Gast bei Gerhardingern Über 100 Schülerinnen der Realschule erlebten einen Vortrag von Prof. Erika Rosenberg zum Leben des Ehepaars Schindler.

    Schulleiter Martin Zimmermann und Eva Hecht (l.) begrüßten Prof. Erika Rosenberg. Foto: cfs

    CHAM. Über 100 junge Damen der 10. Klassen der Gerhardinger Realschule Cham erlebten einen überaus informativen Vortrag von Prof. Erika Rosenberg zum Leben des bewundernswert mutigen Ehepaares Emilie und Oskar Schindler.

    Nach einer kurzen Vorstellung der Referentin durch Schulleiter Martin Zimmermann schilderte Erika Rosenberg, wie die beiden Sudetendeutschen in ihrer Fabrik etwa 1200 Juden vor dem sicheren Tod in den Gaskammern der Nationalsozialisten bewahrten. Mitreißend und sichtlich emotional erzählte Prof. Rosenberg, dass vor allem der Anteil Emilies an dieser Rettung bisher weder von Historikern noch von Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste“ gewürdigt wurde.

    Sie selbst hatte die Ehefrau Oskar Schindlers zu Beginn der 90er Jahre in ihrer argentinischen Heimat kennen gelernt und sich mit der alten Dame angefreundet. Erika Rosenbergs Biografie „Ich, Emilie Schindler“ dagegen versucht, deren Bedeutung ins rechte Licht zu rücken. Nach dem interessanten und sehr informativen Vortrag beantwortete die Referentin noch zahlreiche Fragen der Schülerinnen, die sich zum Schluss mit reichlich Applaus bei ihr bedankten. (cfs)