Obwohl ich mich sehr bemüht habe, gleich nach unserer Ankunft in Buenos Aires meiner vielen Verpflichtungen nachzugehen, habe ich nicht alles geschafft. Am Montag wartete auf uns die erste Hürde, “kein Internet”, Festnetzverbindung “defekt”, Waschmaschine außer Betrieb, u.a.. Man würde sagen, lauter Banalitäten, ja, in der Tat, aber ganz ohne, geht es im Leben schon gar nicht mehr. Schnell wurde nach Lösungen gesucht, aber es sind immerhin unnötige Leistungen nach einem so langen Flug und 7 Wochen auf Trab, kreuz und quer durch die Bundesrepublik und Österreich. ich dachte : April, April , er macht, was er will und hoffentlich geht er bald vorbei. Heute haben wir den 1.Mai, ein Ruhetag, aber nicht für mich, weil ein großes Pensum vor mir steht.
Es war eine sehr bewegte Woche. Am Mittwoch waren hier die Kinder und unser Wiedersehen hat uns eine riesige Freude bereitet. Gesprochen, erzählt, gekocht, gebacken und sogar ein Besuch im nahgelegenen Shopping. “Die Freude” wurde kurz nach 19 Ur von den Eltern abgeholt und José und ich waren beinahe kaputt aber sehr glücklich.
Heute am in der Südhalbkugel herbstlichen 1.Mai muss ich arbeiten. Draußen ein grauer Himmel, regen wurde auch angesagt, sogar fürs ganze Wochenende. Drinnen sitze ich am Laptop und muss an meinem neuen Projekt arbeiten. Intellektuelles Wetter! Grauer Himmel, dicke Wolken inspirieren meinen Geist. So brauche ich nicht lange vor einem leeren Blatt warten, denn die Ideen, die Konzepte, die Strukturierungen kommen mir leichter aus dem Sinn. Gedankenvoll gehe ich in diesen 1.Mai mit der Hoffnung, dass mir nichts aus meinem Vorhaben abbringt.
Aus dem Tagebuch einer Autorin, die sich derzeit in der Südhalbkugel weilt.