Heute war ein sehr langer Tag. Kurz vor 9 Uhr morgens holte uns Herr Zintl der FES Regionalbüro Regensburg ab um und mit einem Fernsehteam des Bayerischen Fernsehens zu treffen. Den ganzen Tag bis um 19.30 Uhr waren wir mit den Filmaufnahmen beschäftigt. Viele Szenen, Orte, Gespräche waren an der Tagesordnung. Es waren sehr nette Leute, mit viel Geduld und Wissen.
Eine Sache weiß ich aber jetzt, nie werde ich Schauspielerin!
Mit dem sympathischen Fernsehteam am Dom und auf der Steinernen Brücke in Regensburg
Während der Filmaufnahmen mit Diplom-Pädagoge Harald Zintl
Spion, der Tausende Leben rettete Die argentinische Autorin Erika Rosenberg schildert das Leben von Oskar Schindler und seiner Frau Emilie. Hemauer Schüler waren sehr interessiert. .Erika Rosenberg erzählte vom Leben und Wirken Oskar Schindlers und seiner Frau Emilie. Foto: MZ-Archiv Von Ingrid Kroboth, MZ
HEMAU. Im Mehrzweckraum der Schule am Mönchsberg ist jeder Stuhl bis in die hintersten Reihen besetzt. Die jungen Erwachsenen aus der 8. und 9. Klasse, der „M8“ und die Gäste aus dem Förderschulzentrum sind inhaltlich gut vorbereitet, auf das, was sie in den folgenden zwei Stunden hören sollen: „Im Schatten von Oskar Schindler.“ Rektor Dr. Erwin Geitner konnte zu diesem Thema eine Frau begrüßen, die sich vorstellt als „beste Freundin“ von Emilie Schindler, der Ehefrau des Retters von rund 6000 Juden im 2. Weltkrieg. „Führer werden von der Masse zu Führern gemacht“, leitet Geitner in die Zeit des Nationalsozialismus ein: „Ohne Fangemeinde gibt es keine Stars.“
Die Schüler hatten sich im Vorfeld den Film „Schindlers Liste“ aus dem Jahr 1993 angeschaut. Doch auf diesen Streifen ging die Referentin des Tages, Erika Rosenberg nur am Rande ein. Sie erzählte von ihrer Begegnung mit Regisseur Steven Spielberg, der Emilie Schindler zur Filmpremiere nach Jerusalem eingeladen hatte – mit ihrem Mann Oskar, obwohl der schon 1974 starb. „Das ist Hollywood“, kommentierte Rosenberg diese Ignoranz.
Zwei gute Freundinnen
Erika Rosenberg ist 1951 als Tochter deutscher Juden in Buenos Aires geboren. Die Schriftstellerin war mit ihrem aktuellen Werk „Oskar Schindler – seine unbekannten Helfer und Gegner“ jetzt auf der Frankfurter Buchmesse. Und sie hat auch die Biografien „Ich, Oskar Schindler“ und „Ich, Emilie Schindler“ verfasst. So ist sie vertraut mit der Geschichte dieser außergewöhnlichen Menschen, mit denen sie sich befasste, nachdem sie Emilie Schindler 1990 getroffen hatte.
„Es war Liebe auf den ersten Blick“, beschrieb sie den Schülern ihre Sympathie zu einer Frau, deren Geschichte sie nicht untergehen lassen wolle. Deshalb kommt sie mit ihrem Mann jedes Jahr für sechs Monate nach Deutschland, wo sie über die Friedrich-Ebert-Stiftung auch an Schulen vermittelt wird. Die andere Zeit des Jahres lebt sie in Argentinien, wohin während des 2. Weltkriegs auch die Schindlers emigrierten. Allein Oskar sei 1957 nach Deutschland zurückgekehrt, um Lastenausgleich zu kassieren. Weiter zurückblickend beschreibt Rosenberg das Leid ihrer Freundin Emilie: „Oskar war sehr zuvorkommend, sympathisch – aber er wollte nicht arbeiten.“ Erst 1935 habe er eine Beschäftigung gefunden. „Was denkt ihr, wo er gearbeitet hat?“, fragt Erika Rosenberg in die teils aufmerksame, teils uninteressierte Schülerrunde.
Ein Glück, dass wir Frühaufsteher sind, denn die letzten Tage geben uns gar keine Chance ein bisschen auszuschlafen. Heute war wieder ein Tag, an dem ich mir sagte, die nach war einfach zu kurz. Um fünf Uhr morgens mussten wir aufstehen, denn unser Zug von Regensburg nach Neumarkt um 6,27 Uhr fuhr. Nach der gut besuchten Veranstaltung in dem Willibald-Guck- Gymnasium, wo die Schüler auch sehr aufmerksam und konzentriert waren, fuhren wir nach Regensburg zurück, wo es eine zweite Veranstaltung in der Berufsschule statt fand. Gleich geht es nach München weiter. Es kommt mir vor, ich wäre eine Art Speedy Gonzalez, dieses bekannte Lied aus dem 60 er. Alles schnell, schnell, husch, husch!!!!
In dem Willibald-Guck-Gymnasium und in der Berufsschule in Regensburg
Aus dem Tagebuch einer Autorin, die heute wenig Zeit hat.
- Freitag | 26. Oktober 2012 | 11.20 Uhr bis 13.00 Uhr
Kepler-Gymnasium | Max-Caspar-Str. 47 | 71263 Weil der Stadt
Während des Zweiten Weltkriegs rettete Oskar Schindler über 1.300 Juden vor dem sicheren Tod. Stephen Spielberg setzte dem Helden mit „Schindlers Liste“ ein Gedenken.
Doch wer war Oskar Schindler wirklich? Anhand von Dokumenten und Briefen zeichnet Prof. Dr. Erika Rosenberg ein lebendiges Porträt dieses Mannes. Sie beleuchtet nicht nur Schindlers dramatische Hilfsaktionen im Nazi-Deutschland, sondern auch sein Leben in der Nachkriegszeit, als er vergeblich versuchte, wieder in der „Normalität“ Fuß zu fassen.
Journalistin stellt in Weißwasser ihre Recherchen zum Thema vor
Unternehmer Oskar Schindler (1908-1974) hat 1200 Juden vor dem Tod bewahrt. Dass seine Frau Emilie ihm tapfer zur Seite stand, ist kaum bekannt. Journalistin Erika Rosenberg hat es sich zurAufgabe gemacht, dies zu ändern.
Emilie Schindler im Juli 2001 Archivfoto: dpa
"Manche sagen, Emilie war Schindlers Schatten. Nein, sie war an Schindlers Seite", betont Journalistin und Schindler-Biografin Erika Rosenberg am Dienstag in der Stadtbibliothek Weißwasser. Die Tochter deutscher Juden, denen es gelang vor den Nationalsozialisten nach Argentinien zu fliehen, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Oskar Schindlers Ehefrau Emilie endlich ins Licht zu holen. Schon immer war Erika Rosenberg von der Geschichte des Ehepaares Schindler fasziniert. 1990 gelingt es ihr, über die deutsche Botschaft in Argentinien Kontakt zu Schindlers Witwe aufzunehmen. Es folgen unzählige Gespräche, Interviews. Die daraus entstehende Freundschaft hält bis zum Tod von Emilie Schindler 2001.
Aus den Begegnungen entstehen die biografischen Bücher "In Schindlers Schatten" und "Ich, Emilie Schindler", in denen Erika Rosenberg Erinnerungen von Emilie Schindler versammelt.
Während ihres Vortrags liest die Journalistin immer wieder Ausschnitte aus "Ich, Emilie Schindler" und erzählt bewegende Details.
Sie spricht über Steven Spielberg und den Film "Schindlers Liste": "Emilie taucht nur kurz darin auf. Aber sie war die ganze Zeit dabei, hat heimlich Medikamente und Lebensmittel besorgt. Und sie hat eigenständig einen Transport mit 120 Juden gerettet." Das Publikum erfährt auch, dass Emilie fälschlicherweise als gerettete Jüdin von Spielberg zum Dreh der letzten Filmszene nach Jerusalem eingeladen wird, dort bei einer Gala am hintersten Tisch sitzen muss: "Viele der anwesenden Juden kamen auf Emilie zu, haben sie wiedererkannt, geküsst und umarmt." Nur Spielberg schenkt Emilie kaum Beachtung, wie die Schindler-Biografin, die mit vor Ort war, zu berichten weiß: "Spielberg ist aufgetaucht und blieb etwa zehn Meter vorm Tisch stehen. Er sah, dass Emilie von den Juden umringt war. Dann lächelte er kurz und ging."
Auch an den Filmeinnahmen ist Emilie Schindler laut Erika Rosenberg nie beteiligt worden. Dabei lebte sie in Armut. Ihr Mann ließ sie 1957 in Buenos Aires mit einer Million Peso Schulden (90 000 Euro) zurück. Auch als auf dem Dachboden einer Wohnung in Hildesheim ein Koffer mit Dokumenten von Oskar auftaucht, darunter die berühmte Liste, ist die Witwe außen vor. Rosenberg: "Emilie bekam keine Einsicht in den Koffer, er wurde nach Yad Vashem (Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem – Anm. der Red.) verschickt."
Das Emilie lebenslang im Schatten des Ehemannes stand, berührt auch die 16-Jährige Schülerin Janka Machatzky vom Landau-Gymnasium Weißwasser, die die Lesung gespannt verfolgte: "Dass Emilie so unter den Tisch gefegt wurde und in Armut leben musste, obwohl sie soviel beigetragen hat, finde ich erschreckend." Erika Rosenberg fasst es so zusammen: "Oskar hätte ohne Emilie nicht viel machen können und sie ohne ihn auch nicht."
Oskar Schindler 1967 in London Archivfoto:dpa
Erika Rosenberg las am Dienstagabend in der Stadtbibliothek Weißwasser aus ihrem Buch "Ich, Emilie Schindler" Foto: Lydia Mayer Foto: Lydia Mayer
Heute begann der Tag nicht ohne Schwierigkeiten. Viele Termine, alle dicht einander und sogar mit geographischer Entfernung. Aber Gott sei Dank funktionierte alles wie am Schnürchen. Nun sitze ich im Zimmer im Hotel Park Maximilian in Regensburg und kann meine Post erledigen.
Im Dommädchengymnasium in Regensburg vor einem sehr interessierten Publikum
Im Georg-Mandel Gymnasium in Amberg vor interessierten Schülern