Sonntag, 1. November 2026

Rückblick auf eine sehr bewegende Woche in Weimar und Apolda

 

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Vom 28. bis 30. Oktober war Erika Rosenberg-Band, Biografin von Oskar und Emilie Schindler, zu Gast in Thüringen. In Vorträgen für Schulklassen sprach sie über das Leben der Familie Schindler, darüber, wie ihre Geschichte dargestellt wird – und was sich hinter den bekannten Erzählungen verbirgt.

Ausgehend von „Schindlers Liste“ beleuchtete sie die Unterschiede zwischen filmischer Darstellung und historischen Ereignissen. Anhand privater Aufzeichnungen von Emilie Schindler gab sie auch Einblicke in u. a. die Darstellung von Amon Göth und eröffnete den Schüler neue Perspektiven auf die Geschichte.

Am 28. Oktober waren die Jenaplan-Schule Jena, das Gymnasium Neuhaus am Rennweg und das Friedrich-Schiller-Gymnasium Weimar in der Sendehalle zu Gast. Am 29. Oktober führte Erika Rosenberg-Band ihren Vortrag an der Bergschule Apolda fort. Am 30. Oktober kamen die 9. Klasse der Regelschule Arnstadt sowie Schüler des Goethegymnasiums Weimar erneut in der Sendehalle zusammen.

Prof. Erika Rosenberg-Band in Vacha und Oberzella am 5.11.2026. Workshop am Gymnasium Vacha und Vortrag über das Ehepaar Schindler und Carl Lutz in Oberzella

 

Biografin & Zeitzeugin – Prof. Erika Rosenberg-Band zu Gast in Oberzella 6.11.26

Die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Oberzella lädt für Freitag, 6. November um 18 Uhr zu einer besonderen Veranstaltung ein. Zu Gast in Oberzella ist Prof. Erika Rosenberg-Band.

Sie war eine sehr enge Bekannte und Vertraute der Familie Schindler, insbesondere eine enge Freundin und Biografin von Emilie Schindler, der Ehefrau von Oskar Schindler.

Erika Rosenberg reist seit vielen Jahren durch Deutschland und andere Länder, um an Schulen, Universitäten und in öffentlichen Institutionen Vorträge über das Ehepaar Schindler und die Shoah zu halten.

Sie lernte Emilie Schindler 1990 in Buenos Aires (Argentinien) kennen. Sie betont in ihren Vorträgen stets, dass die Rettung der über 1.200 Jüdinnen und Juden eine Gemeinschaftstat des Ehepaares war.



Dienstag, 27. Oktober 2026

Unsere Fahrt nach Weimar

Wir sitzen wieder im ICE. Der Zug rollt und rollt, diesmal Kurs Weimar, die Stadt von Schiller un Goethe.
Ich schaue kurz aus dem Fenster und eine wunderschöne Landschaft erfüllt meine Sinne. Im Gegensatz zu den anderen Tagen der letzten Woche im November scheint heute die Sonne aus einem seidenblauen Himmel. Sogar stiegen die Temperaturen. Die Mutter Natur beschenkt uns mit diesem Dienstag, den 27.10. Die Farben grün, gelb, rot braun der Bäume, der Feldern funkeln heute besonders. Ich geniesse dieses Geschenk, es ist ein Augenschmauch.
Auf mich, " uns", das Team Rosenberg begleitet mich, wartet eine erlebnisvolle Woche mit Vorträgen und Sogar eine Ehrenrede über " Mensch sein".
So wird dieser Oktober zum Ende gehen und dann kommt November.
Ich lasse mich angenehm überraschen, was auf mich alles zukommt.

Sonntag, 25. Oktober 2026

Mut und Menschlichkeit - Erika Rosenberg zu Gast am Schiller-Gymnasium Berlin

 18. Oktober 2026

Mut und Menschlichkeit – Erika Rosenberg zu Gast am Schiller-Gymnasium

Drei Tage lang war Erika Rosenberg bei uns am Schiller-Gymnasium zu Gast. Sie wurde 1951 in Buenos Aires als Tochter deutscher Juden geboren. Ihre Eltern, ein Jurist und eine Ärztin, mussten 1936 aus Deutschland fliehen und fanden über Paraguay Zuflucht in Argentinien. Die Flucht ihrer Eltern hat auch ihr eigenes Leben geprägt. Was Heimat für sie bedeutet, beantwortet Erika Rosenberg bis heute mit einem Sowohl-als-auch, nicht mit einem Entweder-oder.

1990 stieß sie bei Recherchen in Argentinien auf Emilie Schindler. Aus den ersten Gesprächen wurde eine tiefe Freundschaft, aus mehr als 70 Stunden Tonbandaufnahmen eine Biografie. Heute ist Erika Rosenberg Erbin und Nachlassverwalterin von Emilie Schindler. Die Geschichte von Oskar und Emilie Schindler wurde vielen durch Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste“ aus dem Jahr 1993 bekannt, der auf dem Roman von Thomas Keneally beruht. Der Film zeigt eindringlich die Verfolgung und Vernichtung der europäischen Juden. Er erzählt aber auch eine Geschichte von Zivilcourage, von Menschen mit Mut und Entschlossenheit.

Als Historikerin und Autorin weiß Frau Rosenberg, dass Mut und Zivilcourage nie an Aktualität verlieren. Deshalb stehen alle ihre Workshops unter diesem Leitgedanken. Es geht um grundlegende Fragen: Was heißt es, Mensch zu sein? Was bedeutet Menschlichkeit? Und wie wichtig ist es, Zivilcourage zu zeigen? Zivilcourage ist im Leitbild des Schiller-Gymnasiums verankert.

Die Workshops hatten drei Teile. Zuerst erzählte Erika Rosenberg von ihrem Leben in Argentinien und vom Schicksal ihrer Familie. Danach berichtete sie vom Leben Emilie und Oskar Schindlers. Am Ende arbeiteten die Schülerinnen und Schüler selbst mit Originaldokumenten aus dem Nachlass der Schindlers. Sie gingen Fragen nach wie: War Oskar Schindler ein Held oder nicht? Welche Rolle spielte Emilie Schindler? Was berichten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen über diese Zeit? Zum Abschluss präsentierten sie ihre Ergebnisse. Authentischer kann die Auseinandersetzung mit Geschichte kaum sein.

Frau Rosenberg ist klein, aber keineswegs schmächtig. Sie strahlt Energie und Vitalität aus: fröhliche Augen, ein wacher Blick, zugewandt und herzlich. Damit beeindruckte sie die Großen wie die Kleinen. Ein Schüler fragte sie, wann sie ein Buch über ihr Leben schreibe. Überrascht antwortete sie: „Ich glaube, mein Leben ist nicht so wichtig.“ Die Schülerinnen und Schüler sahen das anders. Für sie ist ein so bewegtes Leben es wert, aufgeschrieben zu werden.

Sie hatten lange zugehört und anspruchsvolle Texte gelesen. Auf die Frage, ob sie das Format ändern solle, antworteten sie dennoch eindeutig: „Nein, Frau Rosenberg, es war wunderbar, so wie es war. Wir haben Ihnen gerne zugehört.“

Mit diesem Eindruck verabschiedete sich Frau Rosenberg, begleitet von ihrem Mann José und ihrer kleinen Hündin Daphne. Wir danken ihr herzlich und freuen uns darauf, sie im nächsten Jahr wieder bei uns begrüßen zu dürfen.

Unser besonderer Dank gilt der Konrad-Adenauer-Stiftung, die dieses Projekt finanziert und damit ermöglicht hat.

 

Drei Tage Geschichte zum Anfassen: Erika Rosenberg, Kind jüdischer Eltern, die aus Deutschland fliehen mussten und in Argentinien Zuflucht fanden, war bei uns zu Gast. Sie ist Biografin und Nachlassverwalterin von Emilie Schindler. In ihren Workshops arbeiteten unsere Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 8, 11 und 12 mit Originaldokumenten aus dem Nachlass der Schindlers und setzten sich mit Mut, Menschlichkeit und Zivilcourage auseinander.