Erika Rosenberg
Donnerstag, 9. Juli 2026
Mittwoch, 8. Juli 2026
Über Glauben, Hingabe, Opferbereitschaft, Beharrlichkeit und Hoffnung. Gedanken nach einem Fußballspiel,
Über Glauben, Hingabe, Opferbereitschaft, Beharrlichkeit und Hoffnung .
Gedanken nach einem Fußballspiel.
Wie prägend ein Spiel einer Fußball-Weltmeisterschaft sein kann insbesondere für jemanden wie mich, der den Wechselfällen des Fußballs nie allzu große Aufmerksamkeit geschenkt hat. Doch als ich gestern den 3:2-Sieg Argentiniens gegen Ägypten verfolgte, sah ich weit mehr als nur ein Fußballspiel. Ich sah den unerschütterlichen Glauben, die Beharrlichkeit und den unbedingten Willen von Lionel Messi und vielen seiner Mitspieler. Ich sah, wie sich eine Situation wenden lässt, die bereits verloren scheint – eine Situation, die das Ende aller Hoffnungen auf das Erreichen des Viertelfinales bedeutet hätte. Als ich die Zeitlupenaufnahmen von Messi und den anderen Spielern aufmerksam betrachtete, erkannte ich etwas, das weit über den Sport hinausgeht. Mir wurde bewusst, wie entscheidend es ist, Glauben zu haben – und aus diesem Glauben heraus das Vertrauen in die eigene Kraft zu schöpfen. Genau darum geht es. Ist Beharrlichkeit vielleicht der wahre Weg zu einem erfolgreichen Ziel? Ich bin zutiefst davon überzeugt. Denn nicht das Spiel selbst ist das Wesentliche, sondern der Wille, es zu gewinnen. Entscheidend ist die innere Haltung, sich von einer ersten Niederlage nicht entmutigen zu lassen, sondern weiterzugehen. Es ist dieses entschlossene Vorwärts, das uns antreibt, weiterzuleben und jene Ziele nicht aufzugeben, die wir unsgesetzt haben – auch dann nicht, wenn sie plötzlich unerreichbar erscheinen und der Gedanke an das Aufgeben verführerisch nahe liegt. Der argentinische Dichter Almafuerte – mit bürgerlichem Namen Pedro Bonifacio Palacios – schrieb einst: „Nicht tot ist, wer kämpft.“ Genau dieses Gefühl, lebendig zu sein, war es, das die Spieler angeführt von Messi – bis zur letzten Minute trug. Sie gewannen das Spiel in einem Augenblick, als bereits alles auf eine unausweichliche Niederlage hindeutete. Während ich ihnen zusah, erkannte ich vieles von mir selbst wieder– in diesem Spiel, in den Gesichtern der Spieler, besonders in den Zeitlupenbildern von Lionel Messi. Ich hatte die Gelegenheit, ihn vor vielen Jahren in Rom kennenzulernen, bei einer interreligiösen Begegnung, die vom inzwischen verstorbenen Papst Franziskus ins Leben gerufen worden war. Es war das „Spiel für den Frieden“. Dort begegnete ich auch Diego Maradona – bereits gezeichnet von den Lasten seines Lebens, müde und erschöpft, und doch unvergleichlich. Obwohl er körperlich längst nicht mehr in Bestform war und deutlich an Gewicht zugelegt hatte, spielte Maradona die gesamten neunzig Minuten eines Spiels, bei dem die Teilnehmer unterschiedlichster Kulturen und Religionen eigentlich jeweils nur fünfzehn Minuten auf dem Platz stehen sollten. Doch für ihn gab es kein Halten. Er spielte bis zum Schluss – mit derselben Leidenschaft, die ihn sein ganzes Leben begleitet hatte. Doch eigentlich möchte ich nicht über Fußball sprechen. Ich möchte von dem erzählen, was das Verhalten der Spieler – der Argentinier ebenso wie der Ägypter – in mir ausgelöst hat. Jeder von ihnen gab das Beste, was er geben konnte: seinen Mut, seinen Kampfgeist, seinen Willen und seine Hoffnung, ein Ziel zu erreichen. Und vielleicht haben am Ende beide gewonnen.Denn natürlich gibt es im Sport einen Sieger und einen Verlierer. Aber verliert der Unterlegene wirklich? Oder gewinnt er nicht vielmehr etwas ebenso Wertvolles – Erfahrung, die ihn auf die nächste Herausforderung vorbereitet? Vielleicht besteht gerade darin die eigentliche Bedeutung jeder Niederlage: aus ihr zu lernen, an ihr zu wachsen und den Mut zu finden, erneut aufzubrechen. Denn letztlich geht es im Leben nicht darum, niemals zu fallen, sondern immer wieder aufzustehen. Ob wir das Schicksal nennen, Vorsehung oder einfach Glück – entscheidend bleibt, dass wir den Glauben an uns selbst nicht verlieren und den Mut finden, unseren Weg weiterzugehen.
Sonntag, 5. Juli 2026
Eindrücke der letzten drei Tage.
Freitag, 3. Juli 2026
Mittwoch, 1. Juli 2026
Heute in der Fuldaer Zeitung: 15 furchtlose Frauen der Weltgeschichte – Ausstellungseröffnung auf Point Alpha Stand:01.07.2026, 05:31 Uhr
Schirmherrin der Ausstellung ist die renommierte Journalistin und Biografin Professorin Erika Rosenberg-Band, die durch ihre Arbeiten über Oskar und Emilie Schindler internationale Bekanntheit erlangt hat. Sie ist auch gleichzeitig Bildpatin des von Schäfer geschaffenen Porträts von Emilie Schindler.
Montag, 29. Juni 2026
Erika Rosenberg besucht das Markgrafen-Gymnasium. Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage.
„Schule ohne Rassismus und Schule mit Courage“: Unter diesem Motto begrüßte das Markgrafen-Gymnasium am 18. Juni in der Karlsburg Erika Rosenberg, die Biografin von Oskar und Emilie Schindler.
Diese ist deutsch-argentinische Schriftstellerin und Historikerin. Seit mehreren Jahren besucht sie Schulen in Deutschland, um Schülern die Wichtigkeit von Mut, Tapferkeit und Hilfsbereitschaft zu vermitteln, die sie als deutlich entscheidender empfindet als Herkunft oder Religion.
Frau Rosenberg erzählte uns fesselnd von ihren Gesprächen mit Emilie Schindler und von den über 1300 Menschen, die von Oskar und Emilie Schindler während des Nationalsozialismus in drei großen Fabriken in Polen als Arbeiter eingesetzt und so vor der Deportation in Konzentrationslager gerettet werden konnten.
So erzählte sie uns unter anderem von der Umwandlung eines jüdischen Ghettos in Polen in das Arbeitslager Plaszow und der großen Brutalität, die dort unter Lagerkommandant Amon Goeth herrschte. Ein berührender Teil ihrer Erzählungen war die Geschichte, dass Emilie Schindler im Winter 1949 über 120 jüdische Arbeiter vor dem sicheren Tod rettete, indem sie ihnen in ihrer Fabrik in Polen Platz gewährte, sie mit Essen versorgte – Zitat von Emilie Schindler: „Ich konnte nicht wegsehen, ich musste einfach helfen.“
Am wichtigsten war ihr jedoch, uns zu vermitteln, wie wichtig es ist, sich voller Respekt für einander einzusetzen und Dankbarkeit zu zeigen. Niemand könne alleine für Gerechtigkeit und Frieden sorgen, so Frau Rosenberg, es sei ausreichend, wenn jeder Mensch „ein Sandkorn für das Gute lege“. Mit dem Zitat „Bei einem Krieg gibt es keinen Sieger, wer Menschen tötet, ist auf jeden Fall ein Verlierer“ zeigte sie uns die Wichtigkeit von Frieden und Freiheit.
In verschiedenen Fragerunden hatten wir die Chance, mit Frau Rosenberg ins Gespräch zu kommen.
Wir waren sehr dankbar, Frau Rosenberg an unserer Schule begrüßen zu dürfen und ihren Bericht aus erster Hand zu hören.
Samstag, 27. Juni 2026
Schwere Schritte - Vortrag von Prof. Erika Rosenberg-Band mit anschl. Diskussion in Bocholt. Heimatverlust Trauma oder Chance für einen neuen Anfang
Schwere Schritte - Vortrag von Prof. Erika Rosenberg-Band mit anschl. Diskussion
Eintritt frei // Anmeldung erforderlich
"Heimatverlust - Trauma oder Chance für einen Neuanfang?"
Erika Rosenberg-Band blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Sie wurde am 24. Juni 1951 in Buenos Aires, Argentinien, geboren. Ihre Eltern, deutsche Juden, waren vor dem NS-Regime dorthin geflohen. In Argentinien, Deutschland und England studierte sie Literatur, Sprachen, Geschichte und Pädagogik. 1990 lernte sie Emilie Schindler, Oskar Schindlers Ehefrau, durch ein Interview für die Deutsche Welle kennen. Erika Rosenberg-Band verfasste daraufhin mehrere Bücher über die Schindlers, deren heldenhafte Rettung von über 1200 Jüdinnen und Juden durch Steven Spielbergs Film "Schindlers Liste" weltweit bekannt wurde. Sie arbeitete bis 2010 als Dozentin am Goethe-Institut in Buenos Aires und bis 2011 an der Katholischen Universität Buenos Aires von Argentinien. Des Weiteren war sie als Schriftstellerin, Übersetzerin und Journalistin tätig.
In ihrem Vortrag wird Prof. Rosenberg-Band über den Heimatverlust ihrer Eltern und über dessen Auswirkungen auf ihr eigenes Leben sprechen. Thema der anschließenden Diskussion wird auch der Neuanfang der Vertriebenen nach dem 2. Weltkrieg in Bocholt sein sowie die Frage, inwiefern nach Erkenntnissen der Wissenschaft Traumata der Heimatvertriebenen an die nachgeborenen Generationen weitergegeben wurden bzw. werden. Auch der Heimatverlust der in den letzten Jahren nach Bocholt gekommenen Flüchtlinge und Migranten soll Gesprächsgegenstand sein.
Der Eintritt ist frei
