Donnerstag, 7. Mai 2026

Über Zivilcourage, Mut und Tapferkeit , Erika Rosenberg im Gespräch mit Schülern in der Helene-Lange Schule Heilbronn

 Was können wir heute daraus lernen, dass der Emaillewarenfabrikant Oskar Schindler im Zweiten Weltkrieg über 1200 Menschen vor dem Tod bewahrte? Die Historikerin Prof. Erika Rosenberg beleuchtete in ihrem Gespräch mit Zehntklässlern der Helene-Lange-Realschule nicht nur die geschichtlichen Ereignisse, auf denen Steven Spielbergs Hollywoodfilm beruht und die er teilweise sehr frei interpretiert, sondern vor allem, wie wichtig Werte wie Zivilcourage und Menschlichkeit sind. Erika Rosenberg gab einen Einblick in ihre neuen Forschungsergebnisse wie die Tatsache, dass die Schindlers nicht nur die Arbeiter der Fabrik, sondern auch Arbeitsunfähige retteten, indem sie ihr gesamtes Vermögen, auf heute umgerechnet 26 Mio Euro, für die Rettung aufbrachten. Besonders spannend ist die Rolle Emilie Schindlers, die im Film auf eine Nebenrolle reduziert wird, wogegen sie historisch eine tragende Rolle bei der Rettung der Menschen spielte. Es bleibt der Satz aus dem Talmud: „Wer ein Menschenleben rettet, rettet die ganze Welt".


Dienstag, 5. Mai 2026

Erika Rosenberg in Konstanz am 9.Juni.

 Am 9. Juni 2026: Erika Rosenberg-Band – Das Vermächtnis von Emilie und Oskar Schindler. Um 19:00 Uhr im Astoria-Saal Konstanz. Emilie und Oskar Schindler haben ihr Leben riskiert und ihr gesamtes Vermögen geopfert, um 1200 jüdische Menschen vor dem sicheren Tod in den Gaskammern der Nationalsozialisten zu retten. Zivilcouragiert handelten sie und kämpften mutig für Menschenrechte – in einer Zeit, in der es keine gab. Sie stellten in ihren Fabriken jüdische Kräfte an, um sie vor der Deportation und Vergasung zu retten.

Der Hollywood-Film „Schindlers Liste“ des amerikanischen Regisseurs Steven Spielberg basiert auf dem historischen Roman von Thomas Keneally aus dem Jahr 1982. Dieser Film von 1993 hat weltweit Wellen geschlagen, aber stellt er die historischen Fakten dar? Prof. Erika Rosenberg-Band lernte Emilie Schindler 1990 in Buenos Aires (Argentinien) zu einer Zeit kennen, in der Oskar Schindlers Witwe völlig unbekannt bzw. in Vergessenheit geraten war und in großer Armut lebte.

Nach langen Gesprächen mit der Historikerin und Autorin Erika Rosenberg-Band entstand ein autobiografisches Porträt jener couragierten Frau, die Jahrzehnte in der Dunkelheit des Vergessens in Südamerika lebte. Im Anschluss an den Vortrag von Erika Rosenberg-Band stellt die „Crescere Stiftung Bodensee“ das für Oskar und Emilie Schindler geplante Mahnmal vor.

Alle Informationen zu den Biografien, zum Ablauf und zum Rahmenprogramm mit weiteren Exkursionen finden sich unter www.stolpersteine-konstanz.de.

Helene Lange Schule Heilbronn

Montag, 27. April 2026

Edith Stein Gymnasium München

Historikerin und Autorin Erika Rosenberg zu Besuch am ESG

Warum gibt es noch immer Kriege und Hass, obwohl sich doch alle Menschen Frieden wünschen? Diese Frage stellt Erika Rosenberg in ihrem Vortrag am ESG sehr eindringlich. Sie ist Autorin, Historikerin, Tochter nach Südamerika emigrierter Juden und hat Emilie Schindler persönlich kennengelernt, sie interviewt und ihre Lebensgeschichte im Buch „Ich, Emilie Schindler“ festgehalten. Doch es geht ihr nicht nur um Geschichte – es geht um eine Botschaft: Zivilcourage ist keine außergewöhnliche Heldentat, sondern eine Entscheidung, die jeder Mensch treffen kann.

Zivilcourage bedeutet, nicht wegzusehen. Sie bedeutet, aufzustehen, wenn Unrecht geschieht, auch wenn es unbequem oder gefährlich wird. In der Zeit des Nationalsozialismus war Schweigen einfacher als Widerstand. Ausgrenzung, Enteignung und die Entrechtung jüdischer Menschen – etwa durch die Nürnberger Gesetze – geschahen Schritt für Schritt. Viele sahen zu. Emilie Schindler entschied sich anders.

Gemeinsam mit ihrem Mann Oskar Schindler rettete sie rund 1200 Jüdinnen und Juden vor dem Tod. Sie organisierte Lebensmittel, Medikamente und Schutz. Sie bestach Behörden, verhandelte um Genehmigungen und riskierte ihr eigenes Leben. Ein enormes Vermögen wurde für die Rettung eingesetzt. Oft wird ihr Anteil am Mut der sogenannten „Schindler-Liste“, bekannt durch den Film Schindlers Liste, unterschätzt. Doch ohne Emilie hätte es diese Rettung in dieser Form nicht gegeben. Nach dem Krieg emigrierten die Schindlers 1949 nach Argentinien. Statt Anerkennung erwarteten sie wirtschaftliche Not und Isolation. Trotz allem blieb ihre Haltung klar: weiter machen. Und vor allem: Nie wieder Krieg.

Gerade darin zeigt sich die wahre Bedeutung von Zivilcourage. Sie endet nicht mit einer historischen Tat. Sie ist eine Lebenshaltung. Sie bedeutet, jeden Menschen als gleich wertvoll zu sehen – unabhängig von Herkunft oder Staatsbürgerschaft. Auch heute stehen Gesellschaften vor der Frage, wie sie mit Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit umgehen. Zivilcourage beginnt nicht erst im Krieg. Sie beginnt im Alltag: wenn jemand beleidigt oder ausgeschlossen wird, wenn Hass verbreitet wird, wenn demokratische Werte angegriffen werden.

Erika Rosenberg richtet ihre Botschaft besonders an junge Menschen, sie fordert die Schülerinnen auf, sich Gedanken zu machen. Die Welt wird nicht automatisch besser – sie wird besser durch Menschen, die Verantwortung übernehmen. Emilie Schindler war keine mächtige Politikerin, sondern eine Frau, die sich entschied, menschlich zu handeln. Genau das macht ihr Beispiel so bedeutsam. Zivilcourage braucht keinen Titel, sondern Mut. Es ist ein Auftrag für die Gegenwart. Wenn wir wollen, dass Hass und Gewalt enden, dürfen wir nicht schweigen. Zivilcourage beginnt bei jedem Einzelnen – hier und heute.

Herzlichen Dank an Frau Rosenberg für diesen eindringlichen Vortrag und auch ein Dankeschön an Frau Dobias für die Organisation dieses Vortrages. 

 

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