Freitag, 14. Dezember 2018
Donnerstag, 13. Dezember 2018
Berichte und Grüße aus Südamerika, aus Buenos Aires, die Stadt am Rio de la Plata. Wiege der Tango Musik. Informes y saludos désde Buenos Aires.
Buenos Aires, 7 Uhr morgens. Es donnert und dicke, graue Wolken drohen mit Regen. Es zieht ein Gewitter über den Himmel der Hauptstadt.Angesagt ist auch Hagel und südlicher Wind. Die Temperaturen sanken in der Nacht um die 10 Grad Celsius. So wie es aussieht, wird es kein schöner, gleichmäßiger Sommer sein. Mal zu heiß, warm, wieder kalt, sonnig, gewittrig. Alles in einem einem und wie die Welt selbst konfus, verworren.
Erst heute habe ich etwas Zeit um meinen Blog zu aktualisieren. Bis jetzt war ich jeden Tag seit unserer Ankunft hier "am Ende der Welt" sehr beschäftigt. Viele Aktivitäten warteten auf mich, dazu kamen neue, ganz unerwartet wie z.B. unseren Enkelsohn Facundo im Deutsch und Englisch für seine Prüfungen zu unterstützen. Ihn vorzubereiten war sehr mühsam, denn in Kürzer Zeit mussten wir das ganze Pensum des Schuljahres durcharbeiten, und es wurde halt wiederholt, was uns die Zeit auch erlaubte. Es waren 7 Tage hintereinander und am jeden Tag fast 6 Stunden zusammen lernen. Und zum Glück hat es alles funktioniert!
Am letzten Montag wurde ich beauftragt eine Gruppe nach Montevideo wegen Verhandlungen als Dolmetscherin zu begleiten. Mit einem sehr früheren Flug sind wir zur Stadt an der anderen Seite des La Plata Flusses geflogen und mit dem letzten am spät Abend zurück. Es war wirklich mühsam und stressig. Aber mir hat es auch Spaß gemacht. Das ist mein Job und wenn man die Arbeit nicht schätzt ist wirklich undankbar.
Nun arbeite ich an meinem Buch über Don Gilberto Bosques weiter. Auch muss ich ein Exposé für ein neues Schindler Projekt verfassen, diesmal get es um eine ultimative wissenschaftliche Arbeit.
Viele Termine stehen noch für FJ und Herbst 2019/20 an, die ich bereits bestätigt habe.
Während ich tief in Gedanken versunken diese Zeilen schreibe, regnet es kräftig, es donnert und blitzt. Die Kraft der Natur lässt sich mit überwältiger Intensität spüren. Regen und Gewitter ist heute für den ganzen Tag angesagt. Intellektuelles Wetter, Zeit zum Schaffen.
Herzliche Grüße aus der Stadt der guten Lüfte, Winde. . .
Dienstag, 4. Dezember 2018
Ankunft in Buenos Aires. Llegada a Buenos Aires..l
Nach einem 13.stündigen langen Flug landete die LH Maschine in Buenos Aires.Einige Minuten schaute ich die Stadt am Rio de la Plata aus der Luft . Im Vergleich zu dt. Städten sieht hier alles wirklich "monströs" aus. Ganz andere Dimensionen und auch Verhältnisse. Zum Glück ging die Passkontrolle, Gepäckausgabe und Zoll relativ schnell. Die Autobahn vom Flughafen zur Innenstadt war auch außergewöhnlich frei. Gegen 10 Uhr morgens standen wir vor unserer Haustür.Ich atmete tief ein und dachte: Wieder zu Hause... aber was bedeutet wieder zu Hause sein? nämlich schnell putzen, auspacken Wäsche waschen, aufräumen ...während dessen ging auch das Telefon, Whatsapp und alles möglich. Hier Freunde die sich meldeten, da unsere Schwiegertochter Myriam, die fragte ob ich Facundo für zwei Prüfungen vorbereiten könnte ...ja selbstverständlich ...
Um 16 Uhr holten wir Madame Daphne ab..Wieder mitten im Feierabendverkehr... also die Fahrt dahin und zurück dauerte eine Ewigkeit. Aber es hat sich sehr gelohnt denn die Freude war riesig von uns und von ihr.
Und heute Dienstag geht das Leben weiter ..Jet lag? nicht wirklich. Wir sind schon sehr geübt .An allen Freunden
ganz liebe südamerikanischen Grüsse und bis auf bald wieder.
Freitag, 30. November 2018
Veranstaltung über die unbesungenen Helden Emilie und Oskar Schindler im Leibniz Gymnasium Altdorf..Conferencia sobre Emilie y Oskar Schindler en El bachillerato Leibniz en Altdorf.
Wieder mal ein gewonnener Vormittag .Eingeladen von dem.Geschichtslehrer Herr Christof Böhm hielt ich heute morgen einen Vortrag für Schüler und Schülerinnen des Leibnis Gymnasiums Altdorf .Es waren sehr interessante 90 Minuten, wobei die Zuhörer auch viele Fragen stellten.
Sehr konzentriert lauschten sie die 2 Unterrichtseinheiten. Sie waren auch super vorbereitet. Herzlichen Dank lieber Christof Böhm für die Einladung und den leckeren Lebkuchen aus Nürnberg.
Mittwoch, 28. November 2018
Veranstaltung in der Naabtal Realschule, Nabburg über Emilie und Oskar Schindler. Conferencia en La Escuela Superior.de Naaburg.
Obwohl ich etwas angeschlagen war, war der Vortrag heute Morgen an der Realschule ein grosser Erfolg. Super gut vorbereitete Schüler und Schülerinnen. Sie haben sehr konzentriert meine Ausführungen 90 Minuten gelauscht und auch Fragen gestellt..Wieder ein gewonnener Vormittag. Herzlichen Dank, liebe Gerda und y Axel. auch Oskarle
Dienstag, 27. November 2018
Emilie und Oskar Schindler,ein leuchtendes Beispiel für Generationen. Kurze Korrektur zu Herrn Posselt Äußerungen. Emilie y Oskar Schindler. Rutilante ejemplo para generaciones. Breve corrección histórica a declaraciones del Sr. Bernd Posselt.
Leuchtendes Beispiel für Generationen
Oberbayerisches Volksblatt-vor 7 Stunden
Wie die jüdische Autorin Erika Rosenberg in einer im Jahr 2001 erschienenen Biografie herausstellte, hielt die Frau den gemeinsamen Betrieb ...
Mit großer Überraschung habe ich heute morgen den obigen Artikel im Oberbayerischen Volksblatt gelesen, in dem Herr Bernd Posselt sich mit fremden Federn schmückt. . . armer Herr Posselt, von Brüssel hierher ist wirklich ein Weg nach unten. . .
"Und wie kam die Frau, die die Juden in Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ ehren, nach Waldkraiburg? Emilie Schindler hatte Heimweh, wollte zurück nach Deutschland. Die spanische Sprache, die sie gut beherrschte, habe sie im Alter verloren und nur noch den Dialekt ihrer nordmährischen Heimat gesprochen. So Bernd Posselt, Sprecher und Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft, der Schindler, die damals schon in ihren 90ern stand, in Argentinien begegnete.
Es wurde die Idee geboren, Waldkraiburg komme der Heimat Emilie Schindlers wohl am nächsten. Im Adalbert-Stifter-Wohnheim, das in den 1960er-Jahren Sudetendeutsche gründeten und in dem viele Landsleute lebten, könnte sie sich daheim fühlen. Auch der Münchner Verleger Herbert Fleissner unterstützte diese Initiative. Und im Sommer 2001, als Emilie Schindler in Deutschland war, um mit Bundeskanzler Schröder in Bonn eine Ausstellung zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu eröffnen, zeichnete sich ab, dass die berühmte Frau eine Bürgerin Waldkraiburgs werden könnte."
KORREKTUR von Prof. ERIKA ROSENBERG
Zu aller nächst ist Herr Poseelt Frau Schindler nie begegnet. Es mag sein, dass er 1990 Argentinien besucht haben sollte aber zu einem Treffen kam ja nie imstande. Er traf sich sicherlich mit anderen Sudetendeuschten, zu denen Frau Schindler gar keinen Kontakt hatte. Warum, weil sie einfach von vielen vergessen worden war. Sie war alt, krank, mittellos und das passte nicht in den Rahmen von "würdigen", hochnässigen Herrschaften, die bei jedem Treffen Visentkärtchen tauschen, auf Wohl mit Sekt oder Wein stoßen. . . und wenn sie zu Hause sind, sortieren die Visitenkärtchen je nach Profit oder Gelegenheit. Der Rest wird entsorgt. Nein, Emilie passte zu dieser Gesellschaft nicht. Und wenn Herr Posselt ihr begegnet wäre, warum hat er sie nicht finanziell unterstützt.
1990 lernte ich Emilie kennen, sie lebte in einer Ortschaft 60 km südlich von Buenos Aires. Ihr Haus, wovon sie Wohnrecht hatte, war mehr als ärmlich. Sie kam mit ihrer kleinen Rente aus Deutschland von 830 DM und 30 U$D von Israel nicht über die Runde. Sie hatte keine Krankenversicherung. Wie sie lebte, möchte ich auch gerne wissen. Als einzige Begleitung ihre viele Katzen, Chupi, ihr Hund. Eine jüdische Organisation, Bnai Vrit, Besitzer des Hauses, wo sie wohnte half ihr mit einem monatlichen Beitrag, wovon Emilie die Gehälter von Isabel und Leandro zahlen musste. Einmal im Monat kam sie in die Deutsche Botschaft um ihre Rente zu beziehen. . . . Und so ging bis 2001. Ja, sicher mit der Zeit wurde die Lage immer schlimmer. Sie wurde älter, kränker und nach einem Unfall zu Hause im November 2000, musste sie an der Hüfte operiert werden. Ich weiß es alles haargenau, weil ich nämlich die EINZIGE WAR, die bei ihr war und alles organisieren musste. Immer mithilfe der Deutschen Botschaft zu Buenos Aires. Denn vorsichtshalber machte ich keinen einzigen Schritt ohne es vorher in der Botschaft Bescheid zu geben.
Es waren sehr harte Jahre, wo ich sogar ihre Gas-Telefon.Stromrechnungen begleichen musste. . . Nach der Operation im November 2000 im Deutschen Krankenhaus durfte sie nicht mehr nach Hause zurück und erst dann ging sie in ein Seniorenheim. Darum musste ich mich auch kümmern. Besser gesagt, um alles musste ich mich kümmern. Eines Tages sagte sie mir, sie wollte den Lebensabend in Deutschland verbringen nach fast 50 Jahren in Argentinien. Ich habe sofort die Botschaft eingeschaltet, aber auch meinen alten Verleger Dr. Fleissner, aber Herrn Posselt, den kannten wir überhaupt nicht. Ich habe ihn erstmal im Dezember 2001 in München kennen gelernt, als Emilie Posthum von den Sudetendeutschen ausgezeichnet worden war. Er überreichte mir eine Kristallvase, die mir nach der Veranstaltung wieder weggenommen wurde mit der Ausrede, man wolle sie behalten.
Mit der Sudetendeutschen Gesellschaft habe ich gar keine Verbindung. Wie kam Emilie nach Waldkraiburg? Weil ich die Beerdigung zusammen mit meinem Mann gezahlt habe. Für das Grab in Naturstein, schlicht und einfach habe ich 5000 Euro bezahlt, plus andere Spesen wie Blumen, Kirche. . . Das wollte ich ja niemals erwähnen, aber by the way , sehr geehrter Herr Posselt, wenn Sie nächstes Mal interviewt werden, bitte präsentieren Sie ein anderes speech, das sich der Realität auch nähert. Ich bin eine leidenschaftliche Verfechterin der Wahrheit und halte kein Blatt vor dem Mund, wenn es um Rechte, Wahrheit, Frieden, Demokratie aber auch Moral geht.
Montag, 26. November 2018
Gegen das Vergessen unbesungener Helden - Emilie und Oskar Schindler. Misceláneas sobre tres conferencias en Kusel
26.11.2018
Kategorie: Geschichte, Startseite
Von: Josefine Katins, Anja Kaindl/eingestellt von S. Jaqui
Kategorie: Geschichte, Startseite
Von: Josefine Katins, Anja Kaindl/eingestellt von S. Jaqui
„Gegen das Vergessen unbesungener Helden – Emilie und Oskar Schindler“
„Ich hatte mir ein Zeitzeugengespräch immer ganz anders vorgestellt: Eine alte Person sitzt vor den Zuhörern und erzählt bedächtig und leise von längst vergangenen Zeiten. Umso überraschter war ich von der herzlichen und offenen Frau Professor Erika Rosenberg, die mit Hingabe, Aufgeschlossenheit und mit angemessenem Humor ihr Publikum mit auf eine Reise in die Zeit des Nationalsozialismus nahm. Bei ihren Ausführungen standen Oskar und Emilie Schindler im Mittelpunkt und nicht sie selbst. Immer wieder forderte sie ihre Zuhörer dazu auf, nachzufragen, was aufgrund ihrer sympathischen Art gerne in Anspruch genommen wurde. An den Vortrag anschließend gab es Raum für Gespräche und Gedanken, was zumindest mich die Veranstaltung mit einem guten Gefühl verlassen ließ.“
Josefine Katins
Frau Professor Erika Rosenberg, eine Zeitzeugin der zweiten Generation, hielt am Montag, 22.10.2018 sowie am Dienstag, 23.10.2018 drei Vorträge an unserer Schule und vermittelte unseren Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 12 und 13 sowie auch in der Abendveranstaltung einem öffentlichen Publikum einen Einblick in das Leben und Wirken von Emilie und Oskar Schindler.
Sie selbst wurde als Tochter deutscher Juden in Buenos Aires geboren, wo sie 1990 Emilie Schindler kennenlernte, mit der sie bis zu deren Tod 2001 eine innige Freundschaft verband.
Mit anschaulichem Bildmaterial und gestützt auf Auszüge aus ihrer Biografie „Ich- Emilie Schindler“ informierte Frau Professor Rosenberg ihre Zuhörer über die Herkunft und Beziehung der Schindlers, sowie deren Handeln in der Zeit des Nationalsozialismus, mit dem sie 1200 Menschen vor der Gaskammer retteten.
Oskar Schindler, ein deutscher Unternehmer und NSDAP-Mitglied, errichtete nach dem Einmarsch der Deutschen in Polen in Krakau eine Emaillewaren-Fabrik, in der er jüdische Zwangsarbeiter aus dem Arbeitslager in Plaszow beschäftigte.
Die Schikanen, denen die Juden im Arbeitslager Plaszow ausgesetzt waren, wurden insbesondere an der Person des dortigen Lagerkommandanten Amon Goeth illustriert. Bei den Schilderungen seines willkürlichen Mordens, wie zum Beispiel seiner morgendlichen Schießübungen auf die jüdischen Häftlinge, war insbesondere bei den Schülerinnen und Schülern eine tiefe Betroffenheit zu erkennen.
Was passiert mit einem Menschen wie Amon Goeth nach dem Krieg? Diese Frage wurde in allen drei Vorträgen gestellt. Frau Professor Rosenberg informierte ihre Zuhörer über die Rattenlinie, die Fluchtroute führender NS-Verbrecher nach dem II. Weltkrieg und den letztlich gescheiterten Fluchtversuch Amon Goeths.
Nachdem im August 1944 in Berlin der Beschluss gefasst wurde, das Arbeitslager in Plaszow zu schließen und alle Häftlinge nach Auschwitz geschickt werden sollten, nutzte Oskar Schindler seine Kontakte, um eine Rüstungsfabrik in Brünnlitz in Tschechien zu erwerben, um seine Arbeiter dorthin umzusiedeln und sie somit vor dem Konzentrationslager zu retten. Dabei entstand Schindlers Liste.
Knapp 50 Jahre später verwendete Steven Spielberg diese als Titel für seinen Spielfilm, durch den Oskar Schindler international bekannt wurde.
Was aber war mit Emilie Schindler, die in Spielbergs Film weitgehend unberücksichtigt bleibt? Als Biografin und Nachlassverwalterin der Schindlers ist es Frau Rosenberg ein Anliegen, in ihren Vorträgen das Verhältnis von Fiktion und Realität in dem Film „Schindlers Liste“ klar herauszustellen und insbesondere auch die bedeutende Rolle Emilie Schindlers bei der Rettung der Juden aufzuzeigen.
Vom Fachbereich Geschichte möchten wir uns bei Frau Professor Rosenberg bedanken, die mit ihrer freundlichen Art in sehr ansprechender Weise unseren Schülerinnen und Schülern nicht nur einen Einblick in das Leben und Wirken der Schindlers vermittelt hat, sondern in ihren Vorträgen auch zum Nachdenken anregte.
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