Montag, 29. Dezember 2014

Letzter Samstag des Jahres mit den Kindern. Mittagessen beim interreligiösen Dialog. Último sábado del 2014 con los chicos. Almuerzo en un diálogo interreligioso.

 

Nur noch 48 Stunden und dieses Jahr wird Geschichte. Wenn ich eine Bilanz ziehe von den letzten 12 Monaten, war es ein  sehr gutes und positives Jahr aus vielen Gründen. Der allerbeste Grund war meine unwiderrufliche Kündigung im argentinischen Auswärtigen Amt. Ich war und bin ein Freigeist von Natur und nun kann ich tun und lassen, was ich will. Ich habe viel mehr Zeit für meine Familie, Hunde, Bücher, meine viele Projekte. Ich kann  die 13000 km zu meiner “alten Heimat” fliegen, wann und wie es mir passt. Schon niemand mehr wird mir  sagen, als ich nach meinem unbezahlten Honorar im Ministerium zum zig mal fragte (Monat März wurde erst im Oktober, November  gezahlt und das noch mit einer Inflationsrate von 40%), warum ich nicht eine viel billigere argentinische Hüftgelenk-Prothese für meinen  Mann angeschafft hätte, anstatt der teuersten Importierte. Und dies u.a. . . Nun bin ich frei, halt so frei, wie ein Mensch sein kann, denn  meistens bin ich selbst Sklavin meiner Arbeit, aber das, das mache ich  freiwillig für mich!

Der zweite Grund meiner großen Freude ist das  Buch über Papst Franziskus, das ich schon  fertig geschrieben habe.  Dazu kommt die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande von Bundespräsidenten Joachim Gauck, eine Tatsache, die mich sehr ehrt.

Selbstverständlich sind wir auch sehr glücklich, dass die Gesundheit auch  mitspielt.

Am Samstag waren wir mit den Kindern im Kino. Popkorn, gehörte dazu, und bis die Tüte nicht leer war,  hatten sie nicht aufgehört ihre Händchen  reinzutun. Es war ein guter Trickfilm und alle haben  ihn genossen.

Der Sonntag gehörte zum interreligiösen Dialog, denn  Bischof Rubén hat uns zum Mittagessen in der Diözese eingeladen. Leckereien aller Art und ein wunderschönes und tiefes, philosophisches Gespräch machte den Rest.

Lieber Herr Bischof Rubén, herzlichen Dank für deine Freundschaft und Brüderschaft!

 

Bischof Rubén O.Frassia Mittagessen 28.12.14 002 

 

von r.nach l. Pater Carlomagno, beim Stehen Bischof Rubén, José und ich

Aus dem Tagebuch einer Autorin, die am Ende des Jahres Bilanz zieht.

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Hanuka und Weihnachten unter südlichen Sternen. Hanuka y Navidad en otra dimensión geográfica

 

. . . Und so gelangen wir an diesem 25.Dezember 2014. Draußen die Stille in den menschenleeren Straßen, drinnen die übliche Aktivität, wenn man  so viel zu tun hat. Selbständig zu sein, bedeutet nämlich keinen Arbeitgeber  zu haben, aber bedeutet auch ununterbrochen arbeiten zu müssen. Ich habe nämlich keinen Chef, aber manchmal bin ich die schlimmste Chefin meiner selbst, denn  für mich  gibt es  kein Wochenende, keinen Feierabend, alles ist in einem durch. Ist das ein Privileg oder eine Qual?

Unerwartet erhielt ich  den Auftrag  mit einer Gruppe nach Montevideo zu fliegen und  dort dolmetschern. Es waren interessante Stunden an der andern Seite des Rio de La Plata. Eine sehr nette Gruppe, die meine Dienste als Dolmetscherin benötigte. Wir flogen mit der ersten Maschine nach Montevideo und wir  kamen mit der letzten zurück. Es war viel Arbeit  und meine Verantwortung groß, aber alles  lief reibungslos.

Ich  schätze, das war  meine letzte Arbeit des Jahres  aber in diesem Lande weiß man es nie, was und wie alles vorkommt.

In diesem Jahr  fallen die  jüdischen und  christlichen Feierlichkeiten  fast einander. Wir feiern Hanuka und wir feiern Weihnachten mit. Das  ist zum Vorteil, wenn man doppelt feiert. . .

Viele Bilder  habe ich in Montevideo nicht machen können, aber wenigsten sind die folgenden Ansichten Zeugnisse einer  eintägigen Station in Montevideo.

Schon am Morgen  ging es mit Telefonanrufen von lieben Freunden, die ersten waren Hildegard und Günter Karcher aus Gaggenau,   dann folgten andere. Gestern und heute habe ich mit so vielen Menschen  in der Welt telefoniert, wie die letzten Monate schon gar nicht mehr. Wir  wünschten uns alle gegenseitig  vor allem Gesundheit, Frieden in der Welt, Liebe, Freude und viel Harmonie. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg!

 

Aus dem Tagebuch einer Autorin, die  schon mit einem neuen Buch-Projekt angefangen hat.

 

Fotos Montevideo 016     Fotos Montevideo 010

 

Fotos Montevideo 018   Fotos Montevideo 030

Fotos Montevideo 019    Fotos Montevideo 023

Sonntag, 21. Dezember 2014

Vorletzter Sonntag des Jahres in Buenos Aires. Penúltimo domingo del anio.

 

Nach Tagen unausstehlicher Hitze kam am Samstag während des Morgengrauens ein Gewitter über Buenos Aires. Das erfrischte ein bisschen die Gemüter, versaute aber unseren Klubausgang mit den Kindern. Wir holten sie  am Mittag ab und  verbrachten bis um 17 Uhr die Zeit zu Hause. Danach fuhren wir in den Klub, wo  ein Fußball  Festival trotz des Regens statt fand. Facundo erhielt ein Diplom und eine Medaille zusammen mit den anderen Kindern seiner Mannschaft. José,  seine Eltern  und ich waren  sehr glücklich!

Heute regnet es immer noch und nach  meiner  üblichen Sportstunde werde ich an einem neuen Projekt arbeiten. Da ich mit meinem Buch über den Papst fertig bin, muss ich anderen Verpflichtungen nachgehen. Das Wetter an diesem vorletzten Sonntag des Jahres spielt wirklich mit. Die Temperatur fiel von 35 ° Grad  Celsius auf 15°. Man kann wieder  atmen. Die Muße darf mich wieder besuchen. Wenn es so heiß ist, entgehen einem die Gedanken und auch die Kreativität.

Allen Besuchern meines Blogs wünsche ich einen schönen Sonntag und besseren Wochenstart aus dem Ende der Welt, aus Buenos Aires, die Stadt der guten Winde.

Aus dem Tagebuch einer Autorin, die nun aus einer anderen Geographie alles betrachtet

Freitag, 19. Dezember 2014

Ankunft in Buenos Aires. Wiedersehen mit Axel und Daphne, Facundo und Matthias. Eine deutsche Tanne auf meinem Balkon. Y nuevamente Buenos Aires. Reencuentro con mis seres queridos. Un pino alemán en mi balcón.

 

 

München-Buenos Aires 001     München-Buenos Aires 002

 

Abschied nehmen  ist  eine harte Sache, denn einerseits bedeutet sich von lieben Menschen für eine Weile trennen zu müssen, unabhängig von  der Geographie. Für mich, das Wichtigste  sind die Menschen und nicht die Länder, daher fühle ich mich  überall wohl, wo man mich  mag. Auf dem Bild kurz vor unserem Abflug von München nach Frankfurt. Mein lieber Mann José mit resigniertem Ausdruck, denn er weiß, auf uns  wartet ein langer  interkontinentaler Flug. 13 Stunden nonstop. . .

Auf der anderen Seite der Welt  werden wir  von unseren lieben Axel, Daphne, Facundo, Matthias, Eric, Myriam, vielen Freunden erwartet. Das Wiedersehen lässt uns schon  unsere Herzen schneller schlagen. Ein  Gefühl der Ungeduld dreht sich im Magen. . .

München-Buenos Aires 008   München-Buenos Aires 011

Loyal und treu  haben auf uns unsere Vierbeinige gewartet. Die Freude von Daphne (links) und Axel (rechts) war riesig. Nun erwartet mich eine schwierige Aufgabe,  Axel kann nicht mehr richtig laufen. Er hat anscheinend  die ganzen Monate viel gelegen. Man hat ihn nicht zum Laufen motiviert, ihm auch nicht  geholfen. Gleich am  Dienstag, an dem Tag unserer Ankunft konnte er nicht mal stehen. Nun mit viel Geduld  und auch Zuwendung meinerseits sitzt, steht und  versucht  einige Schritte. Langsam, langsam Axel, aber Übung macht den Meister und du wirst wieder laufen können!

München-Buenos Aires 007

Facundo und Matthias haben uns  am Mittwoch besucht. Es war auch eine riesige Freude beiderseits. Ich  packte die ganzen Geschenke aus einem hellblauen Koffer, Lieblingsfarbe von Matthias. Hier ein Trikot  der Bayern München, da der Borussia Dortmund, leider im Abstieg. Das High Light war die Märklin Eisenbahn, der blaue Hubschreiber, die Süßigkeiten, die zwei Stollen, die die lieben Familien Karcher und Durner geschenkt haben, die viel Schokolade, Nutella, und, und, und. . .  Zum Mittag gab es Ravioli, Lieblingsessen von Facundo. Es ist  schwer  sich zu teilen, aber beide  sind  eifersüchtig von einander und man muss immer salomonisch  sein. Von morgen um 10 Uhr bis 21 Uhr waren sie bei uns. Am Nachmittag bei einer Hitze von fast 32 ° Grad Celsius gingen wir in die Eisdiele. Der Eine, Facundo wollte  Creme-Caramell Eis, der andere Matthias   ein “blaues” Eis, das gab  leider nicht, also er bestellte sich ein Rosa Eis. Am Samstag gehen wir in den Klub schwimmen, Tennisspielen, Fußballspielen und. . . . faxen machen.

 

Eine deutsche Tanne auf meinem argentinischen Balkon 001

 

Eine kleine deutsche Tanne stolziert seit unserer Ankunft  auf unserem argentinischen Balkon. Die Welt ist klein und sollte man  für mehr Verständnis und interkulturelle Begegnung unter den Völkern plädieren.

Aus dem Tagebuch einer Autorin, die zwischen den Welten pendelt

Samstag, 13. Dezember 2014

Marienschule Limburg

Praktizierte Zivilcourage: Gegen das Vergessen von Oskar und Emilie Schindler

 

Veröffentlicht am Freitag, 12. Dezember 2014 17:13
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„Wer ein Menschenleben rettet, der rettet die ganze Welt" – mit diesem Satz appellierte Prof. Erika Rosenberg-Band in der Limburger Marienschule für Zivilcourage, die sie am Beispiel von Oskar und Emilie Schindler vor rund 300 Oberstufenschülerinnen aufzeigte. Die Schindler-Biographin sprach über das Leben des jüdischen Unternehmerehepaars, das in der NS-Zeit rund 1.200 Juden das Leben gerettet hatte.

Nur wenige Menschen kennen ihn nicht: Den Spielberg-Film „Schindlers Liste", der die Rettung von 1.200 Juden in der Zeit des Nationalsozialismus thematisiert. Doch was für ein Mensch war Oskar Schindler wirklich? Und welche Rolle spielte seine Frau Emilie? Diese und weitere interessante Aspekte brachte Schindler-Biografin Professor Erika Rosenberg-Band den Oberstufenschülerinnen näher.
Erika Rosenberg-Band wurde als Kind ausgewanderter deutscher Juden in Argentinien geboren. Zufällig hörte sie von den Heldentaten von Oskar und Emilie Schindler. Nachdem ihr Interesse geweckt war, nahm sie schließlich Kontakt zu Emilie Schindler auf. Beide verband zuletzt eine jahrelange Freundschaft, sodass Erika Rosenberg Band sich heute als Sprachrohr der Geschichte von Emilie Schindler bezeichnet.

In ihrem fesselnden Vortrag, den die Fachschaft katholische Religion organisiert hatte, nannte die Referentin zunächst biografische Fakten und charakterisierte Oskar Schindler als einen „Carpe Diem – Menschen", der Sportautos, Frauen und Cognac liebte. Überraschend war für viele Zuhörer die Tatsache, dass Schindler als Sudetendeutscher Parteimitglied der NSDAP war und als Geheimdienstarbeiter unter Admiral Wilhelm Canaris beschäftigt war, bevor er eine stillstehende Emaillewarenfabrik übernahm und damit den Grundstein für die Rettung von 1.200 Juden legte.
Weiterhin kaufte Oskar Schindler eine Rüstungswarenfabrik, in welcher er tausende Juden beschäftigte, um eine Deportation aus dem Zwangsarbeitslager Plaszow in ein Vernichtungslager zu verhindern. Obwohl Oskar und Emilie Schindler sich selbst in Gefahr brachten, versorgten sie die unterernährten Arbeiter mit Nahrung und fälschten Berufs- und Geburtsangaben auf der bekannten Liste Schindlers, was die 1.200 Juden vor dem sicheren Tod bewahrte.


Besonders am Herzen lag Erika Rosenberg-Band, den Schülerinnen zu vermitteln, dass Emilie Schindlers Anteil an der Rettung der Juden genau so groß war, wie der Anteil ihres Ehemannes Oskar; beide kämpften Seite an Seite. Auch hatte es Emilie Schindler nicht immer leicht: Nach dem Krieg wanderten die Schindlers nach Argentinien aus, jedoch kehrte Oskar nach einigen Jahren nach Deutschland zurück. Emilie führte nun alleine einen Bauernhof, den sie aber aufgrund von hohen Schulden verkaufen musste. Nicht einmal als ihr Ehemann im Jahr 1974 in Hildesheim starb, wurde Emilie Schindler informiert. Nur zufällig erfuhr sie aus einer argentinischen Zeitung über Oskars Tod.
Auch die Filmgeschichte von „Schindlers Liste" wurde von Erika Rosenberg-Band erläutert. So erfuhren die Schülerinnen, dass schon in den Sechzigerjahren ein Filmprojekt über den außergewöhnlichen Einsatz der Schindlers geplant war, für welches Oskar Schindler eigenhändig ein 254 Seiten umfassendes Drehbuch fertigte. Die Rolle der Emilie Schindler wäre in diesem Film die Hauptrolle und mit Romy Schneider durchaus prominent besetzt gewesen.
Letztendlich wurde der dramatische Stoff erst von Steven Spielberg im Jahr 1993 verfilmt. Emilie Schindler wurde aus diesem Grund sogar nach Jerusalem eingeladen, erfuhr von Spielberg jedoch nur eine respektlose Behandlung. Lediglich einer der jüdischen Arbeiter, der von den Schindlers gerettet wurde, erkannte Emilie Schindler nach all den Jahren wieder und bedankte sich überschwänglich.

Oskar und Emilie Schindler wurden beide vor ihrem Tod mit dem Bundesverdienstkreuz für ihre außergewöhnliche Zivilcourage geehrt. Dass Zivilcourage auch heute noch ein aktuelles Thema ist, zeigte sich auch darin, dass der Vortrag von Professor Erika Rosenberg-Band bei den Schülerinnen, die im Nachhinein zahlreiche interessiert Fragen stellten, großen Anklang fand und ihnen für ihr weiteres Leben etwas Wichtiges mit auf den Weg gab. „Denn wer ein Menschenleben rettet", schloss die Biografin, „der rettet die ganze Welt".
(Luisa Reichwein/ Fd)

Ein wunderschönes Wiedersehen mit undseren lieben Freunden Hildegard und Günter Karcher. Un reencuentro maravilloso con nuestros amigos de Gaggenau.

 

Und wieder rollte der IC in Richtung  Karlsruhe, aber diese Fahrt unterschied sich   sehr von den anderen. Pünktlich erreichten wir  unser Ziel. Wir stiegen aus dem Zug und da standen unsere lieben Freunde Hildegard und Günter Karcher  am Bahnsteig. Wann hatten wir uns zum  letzten Mal gesehen? War es nicht April  dieses Jahres? Es war als ob die Zeit schon bei unserem Abschied  in Buenos Aires stehen geblieben wäre. Umarmung, Küsse, große Freude! Jene Freude, die man  spürt, wenn man sich gegenseitig sehr mag.

Wir fuhren  nach Gaggenau. Beim leckerem Kaffee, Linzer Torte und Stollen tauschten wir uns über hochinteressante Themen aus. Es war zu viel zu erzählen. . . und die Zeit verging wie im Nu! Plötzlich Abendessen, wieder mit Leckereien, alles wunderbar kulinarisch von Hildegard  zubereitet, das Menü ausgesucht,eine festliche Abendmahl mit  gutem Rotwein. Wir  sprachen über die gemeinsam  verbrachte Zeit in Buenos Aires, über den Wein, über Anekdoten  rum um Wein. So ging fast bis Mitternacht.

Beim Frühstück  ging dann das Gespräch weiter. Es war ein  toller Vormittag, abgerundet mit  einem üppigen Mittagessen und dem Besuch von  Tochter Susanne mit ihrem Ehemann Thomas. Am Tisch schien mir alle diese Menschen um mich herum schon mein ganzes Leben  gekannt zu haben. Kronos ist unbeugsam! Ich schaute auf meine Uhr: Was, schon 13 Uhr? Um 15 Uhr fuhr unser Zug  von Karlsruhe nach München und den mussten wir schnappen.

Es waren wunderbare und unvergessliche Stunden mit sehr lieben Menschen. Keinesfalls wollten wir  den Rückflug nach Buenos Aires eintreten, ohne sie  vorher besucht zu haben, auch wenn  es nur wenige gemeinsame Stunden zusammen gewesen waren.

Der Abschied am Bahnhof fiel uns schwer. Wir wären  wirklich   sehr gerne länger bei ihnen geblieben. . .

Aus dem Tagebuch einer Autorin, die zwischen den Welten pendelt und die liebsten Menschen sind ausgerechnet, die in der anderen Welthälfte leben. . .

 

Bei Karchers in Gaggenau 001     Bei Karchers in Gaggenau 003

 

Bei Karchers in Gaggenau 005

Freitag, 12. Dezember 2014

Und Papst Franziskus sagte zu meinem Bekannten: “ Was, kennst du die Erika? Grüße sie von mir!” Y el Papa le dijo a Adrian: Qué conocés a Erika? Saludala de parte mía!.Freitagmittag im IC von München nach Karlsruhe. Überlegungen im IC. Viernes al mediodía en el IC de Munich a Karlsruhe. Reflexiones en el tren.

 

“Herzlich Willkommen im IC von München nach Karlsruhe. . .” Wie viele Male haben wir diese Aussage schon im Laufe unseres Aufenthaltes in Deutschland gehört?  Nicht immer in Richtung Karlsruhe sondern mit anderen Zielorten. Aber heute ist es anders. Es ist unser letztes Wochenende in Deutschland. Die Sonne schient hier in Bayern, als ob uns   richtig begrüßen wolle. Es ist ein sehr milder Herbst. Vom Schnee wirklich auch  sehr wenig.

Es war eine sehr  bewegte und stressige Woche wie es  immer  üblich ist, wenn es sich um die letzten Tage eines langen Aufenthaltes handelt. Gestern schien alles  verkehrt zu laufen, vom Laptop aus, mein Mann hat etwas verstellt, bis zum Klempner, der  fast 4 Stunden unermüdlich  im Badezimmer arbeiten musste. Gott sei Dank ist  jetzt alles wieder in Ordnung. Gestern war so ein Tag, an dem man am besten aus der Welt aussteigen will, wenn es so einfach ginge . . .

Aber heute, heute  hat alles anderes angefangen. Zu aller erst  packte ich  die kleine Tasche ein, wir hatten Familie Karcher fest  versprochen sie kurz vor unserem Rückflug nach Buenos Aires zu besuchen, auch wenn es  nur  für einen einzigen Tag sei. Der kleine Koffer war schon fertig und danach begab ich mich  meine E-Mails  zu erledigen. Immer eine ganze Menge, jedoch nicht alle interessant, aber es gibt viel   Jahresende Post, viele liebe Grüße, hier und da, nette Leute, auf die man sich immer freut, sie wieder zu treffen, über die man sich auch freut von ihnen eine Nachricht zu  erhalten. Plötzlich ging mein Handy: Von der anderen Seite der Leitung  die Stimme von Adrian Omar, im Klub sagt man zu ihm “Romario”. Wir kennen ihn vom Klub, ich direkt vom Schwimmbad, er schwimmt  seine Bannen ich meine und manchmal, wenn ich schon  mit meinem Trainieren fertig bin, tauschen wir uns über Gott und die Welt aus. Manchmal treffen wir uns wieder in der Cafetería und er  hat uns erzählt über sein Leben, seine gescheiterte Ehe, über  sein ewiges Pendeln zwischen der Slowakei und Buenos Aires, denn seine 12.jährige Tochter Sara lebt bei ihrer Mutter, und, und. . .  Romario ist ein sehr frommer Katholik , er geht regulär in die Kirche, er hat sogar einen Beichtvater. Eines Tages sagte er uns, sein innigster Wunsch wäre beim Papst im Vatikan sein zu dürfen, bei einer Generalaudienz und fragte mich  direkt, ob ich es einfädeln könnte. . . Ich habe mich  sehr bemüht und nach vielem Hin und Her, wurde er  am letzten Mittwoch nach Rom zum Generalaudienz eingeladen.  Zu der Zeit weilt er  in Bratislava zusammen mit seiner Tochter, die  er sie  für die Feste nach Argentinien mitnehmen will. Er nahm mit mir wieder Kontakt auf und  erzählte mir von dem großes Ereignis. ich bat ihn für den Papst eine weiße Rose zu besorgen und ihm in meinem Namen zu überreichen zusammen mit  unseren  liebsten Grüßen. Romario hat es getan. Heute rief er mich an und schilderte die Erlebnisse: . . .”Als  Papst Franziskus sich uns näherte,  zitterte ich vor Freude am ganzen Körper, mein Herz schlug  schneller. Ich  überreichte  ihm die Rose in deinem Namen: Die Rose ist von Erika Rosenberg! Der Papst  erwiderte mit einem Lächeln, “wie? kennst du die Erika?  Bestell ihr ganz liebe Grüße!”    Eine große Freude überkam mir und hat meinen Tag völlig verändert.

Jetzt habe ich eine neue  und rührende Anekdote zu erzählen, vor allem bei Karchers, die sich sehr darüber freuen werden, denn die Familie Karcher  ist verwandt mit Guillermo Karcher, der Assistent vom Papst Franziskus.

Aus dem Tagebuch von einer Autorin, die sehr glücklich ist, der Papst hat nun  ihre weiße Rose.