Samstag, 6. Juli 2024
Chronik : Entstehung eines Museums, einst Schindlers Rüstungsfabrik und Nebenlager Brünnlitz in Tschechien. Making a Museum.
Freitag, 5. Juli 2024
Ausgezeichneter Artikel von dem Journalisten Herr Kube. Vortrag im Huxarium Gartenpark in Höxter
Prof. Erika Rosenberg-Band hält bewegenden Vortrag im Huxarium Gartenpark in Höxter

Höxter (TKu). Reges Interesse an der Geschichte einer mutigen Frau: Der Huxarium Gartenpark in Höxter war am vergangenen Mittwoch Schauplatz eines außergewöhnlichen und bewegenden Vortrags. Prof. Erika Rosenberg-Band, renommierte Biografin und Tochter deutscher Juden, die während des dritten Reiches vor dem Naziregime nach Argentinien geflohen waren, referierte über ihre langjährige Freundschaft zu Emilie Schindler, der Frau des berühmten Oskar Schindler. Anlässlich der Finissage der Bild-Ausstellung „Fearless Women“ des Künstlers Oliver Schäfer, die seit Mai und nur noch an diesem Wochenende im Huxarium-Gartenpark zu sehen ist, wurde der Vortrag „Emilie Schindler – die vergessene Frau hinter Schindler Liste“ eingeschoben. Der Vortrag von Rosenberg-Band im Stroboiden stieß auf ein reges Interesse unter den Zuhörern. Etwa 80 Interessierte waren dazu erschienen. „Mit so vielen Menschen haben wir nicht gerechnet“, erklärt Huxarium-Gartenpark-Pressesprecherin Manuela Puls. Aufgrund des großen Andrangs musste sie mit Unterstützung noch viele weitere Stühle und Bänke heranschaffen, um allen Besucherinnen und Besuchern einen Platz bieten zu können. Die Atmosphäre war von Beginn an gespannt und erwartungsvoll, während Rosenberg-Band ihre Erlebnisse mit Emilie Schindler und dessen Biografie teilte. Die Biografin wurde 1951 als Tochter deutscher Juden in Buenos Aires, Argentinien, geboren. Ihre Eltern, ein Jurist und eine Ärztin, waren 1936 vor dem Holocaust über Paraguay nach Argentinien geflohen. 1990 führte der Zufall sie zu Emilie Schindler, was ihr Leben nachhaltig veränderte. In über 70 Stunden Tonbandaufnahmen hielt sie die bewegende Geschichte von Emilie fest, aus denen schließlich die Biografien „In Schindlers Schatten“ (1997) sowie die überarbeiteten Fassungen „Ich, Emilie Schindler“ und „Ich, Oskar Schindler“ entstanden.
Rosenberg-Band berichtete den Zuhörern von ihrer ersten Begegnung mit Emilie Schindler am 22. Juni 1990, einem Datum, das sie nie vergessen werde. „Ganz zufällig kam ich zu Emilie Schindler im Jahre 1990 in Buenos Aires, Argentinien, etwa 60 Kilometer von ihrem Heimatort entfernt. Den Tag werde ich nie vergessen können. Als ich ihre Diele zum ersten Mal betrat und meine Augen ihren begegneten, verwandelte sich für immer mein Leben“, erzählte sie bewegt. Die Kraft und Ausstrahlung Emilies beeindruckten sie zutiefst und formten eine Freundschaft, die bis zu ihrem Tod im Jahr 2001 elf Jahre andauern sollte. Im Vortrag hob Rosenberg-Band insbesondere Emilies unermüdlichen Einsatz zur Rettung von Juden im Dritten Reich hervor, der jedoch nach dem Krieg kaum gewürdigt wurde – im Gegensatz zu ihrem Ehemann Oskar Schindler. Unter Aufwendung ihres gesamten Vermögens rettete das Ehepaar Schindler etwa 1200 bei ihnen angestellte jüdische Zwangsarbeiter vor der Ermordung in den Vernichtungslagern der NS-Tötungsmaschinerie, woran die mutige Emilie Schindler großen Anteil hatte.
„Trägerin einer Geschichte“, nannte sie die „empathische“ Emilie, und schilderte eindrücklich, wie diese einfache, aber starke Frau trotz aller Widrigkeiten Großes geleistet hatte. Sie sei besonders mutig gewesen, da sie für die Rettung jüdischen Lebens über Jahre lang ihr eigenes Leben auf das Spiel gesetzt hatte. Und sie habe viele Menschenleben gerettet, vor Erschießung oder Verfolgung und sie schmuggelte Menschen auch über Grenzen in ihrem eigenen Wagen. Durch ihren Vortrag hob sie die Zivilcourage, den Mut und die Tapferkeit dieser Heldin im Schatten ihres Mannes hervor und gab den Besuchern tiefe Einblicke in ihr Leben. Musikalisch umrahmt wurde dieser Vortrag durch Magdalena Adlberger aus Österreich, eine Freundin des Künstlers Oliver Schäfer. Auf ihrem Cello spielte sie klassische Musik unter anderem von Johann Sebastian Bach. Oliver Schäfer, dessen Ausstellung „Fearless Women“ noch bis zum 7. Juli im Archäologiepark zu sehen ist, zeigte sich ebenfalls beeindruckt von Rosenberg-Bands Erzählungen. Die Ausstellung, die 18 Porträts mutiger Frauen zeigt, bot laut Schäfer einen würdigen Rahmen für den Vortrag und unterstrich die Bedeutung von Mut und Widerstandskraft starker Frauen. Rosenberg-Band, die am argentinischen Auswärtigen Amt sowie an der Katholischen Universität zu Buenos Aires und dem Goethe-Institut tätig war, beschloss ihren Vortrag mit einem Appell an die Zuhörer, die Geschichten der Vergangenheit zu bewahren und weiterzugeben. Ihr Werk „Schindlers Helfer“, das 2012 auf der Frankfurter Buchmesse erschien, widmet sich den über 32 Helferinnen und Helfern, die die Schindlers zwischen 1939 und 1945 unterstützt haben.
Foto: Thomas Kube
Donnerstag, 4. Juli 2024
Finissage der Ausstellung Fearless Women von dem Künstler Oliver Schäffer in Höxter organisiert von Frau Katja Hübner. Finissage de una exhibicion artistica maravillosa.
Mittwoch, 3. Juli 2024
Vortrag und Diskussion ' Retterinnen im Schatten, Leben und Wirken starker Frauen rund um Oskar Schindler, wo? In Salzburg, Wann im Oktober?. Wer organisiert?.Katholische Erwachsene Bildung, Salzburg
Abendveranstaltung in Salzburg organisiert von dem Katholischen Bildungswerk unter Leitung von Dr.Andreas Weiß, Thema Die Rattenlinie oder die Klosterlinie, Nazis in Argentinien. Conferencia en zsalzburg sobre la Línea de las Ratas, organizada por la Asociación Católica bajo dirección del Dr. Andreas Weiß
Montag, 1. Juli 2024
Zeitungsbeitrag über eine Veranstaltung Emilie und Oskar Schindler Zivilcourage, Mut und Tapferkeit
Unter dem Leitgedanken „Gegen das Vergessen unbesungener Helden“ berichtete Frau Rosenberg auf eindrucksvolle Art und Weise wie das Ehepaar Oskar und Emilie Schindler zwischen 1939 und 1945 das Leben von 1300 Jüdinnen und Juden vor dem sicheren Tod in den Gaskammern rettete. Während Oskar Schindler durch den Film „Schindlers Liste“ weltbekannt wurde, blieb Emilie Schindler weitgehend unbekannt. Erst durch Erika Rosenbergs intensive Recherchen und Veröffentlichungen wurden Emilies Taten allmählich anerkannt. Rosenbergs Bücher, darunter „In Schindlers Schatten“ und „Ich, Emilie Schindler“, trugen maßgeblich dazu bei, Emilies Geschichte in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.
Der Vortrag Erika Rosenbergs führte den Schülerinnen und Schülern die große Bedeutung der Person Emilie Schindlers vor Augen und betonte die Bedeutung der Erinnerungskultur sowie die Verantwortung der nachfolgenden Generationen, aus der Geschichte zu lernen.
Erika Rosenbergs Besuch war eine wertvolle Bereicherung für die Schule. Ihr Vortrag eröffnete eine neue Perspektive auf die Geschichte und zeigte die beinahe vergessenen Heldentaten einer außergewöhnlichen Frau. Emilie Schindlers Mut und Menschlichkeit bleiben ein beeindruckendes Beispiel dafür, was individuelle Zivilcourage bewirken kann