Dienstag, 5. Oktober 2021

Zum 20.Todestag einer mutigen, zivilcouragierten Frau EMILIE SCHINDLER. En el 20 aniversario de la desaparición de Emilie Schindler

 


Auf der Fahrt von München nach Hof, erste Bahnfahrt seit dem wir hier in Deutschland sind , drehen sich im Kopf wie im Karussell  viele Gedanken, Erinnerungen, Erlebnisse, Ereignisse. Wie ein Film läuft alles vor den Augen. Wie schnell verging die Zeit! Als ich  vor ein paar Tagen in der Stadt war, sah ich ein Regal mit Lebkuchen, Spekulatius und dachte schon im September, jetzt schon Oktober, bald Weihnachten. . . Ja, ja das Leben vergeht wie im Nu, wie im Flug.

Es gibt vieles, die man vergisst, verdrängt um sich nicht daran zu erinnert, es gibt aber Erlebnisse, die man niemals im Leben vergessen wird, wie der Tod lieben Menschen, die  in uns tiefe Spuren hinterlassen haben, Das sind unsere Eltern, liebe Freunde, manche Lehrer, Dozenten und in meinem Fall als Autorin manche Persönlichkeiten, worüber ich geschrieben habe. 

1990 begegnete ich zum ersten Mal Emilie Schindler, noch drei Jahre bevor der Film Schindlers Liste in fast allen Kinos der Welt gesehen wurde. Ich wollte nur  mit ihr ein Interview durchführen für mein damaliges Projekt "Einwanderungen in Argentinien", aber unser Schicksal spielt nämlich eine entscheidende Rolle im Leben. Wir haben uns immer näher kennengelernt, ich brauchte viele Stunden meiner knapper Freizeit um etwas  ordentliches zu verfassen. Sie mischte immer wieder  viel persönliches, sie sprach und erzählte über die vielen Katzen, die sie  freiwillig zu Hause betreute, über ihre Hunde, über den Bäcker, Nachbarn, dann aber ganz zwischen durch antwortete sie auf meine Fragen, die mit meinem Werk zu tun hatten. Nach ca. 3 Stunden Gespräch wurde sie immer  müde und bat mich am nächsten Samstag oder Sonntag zurückzukommen. Nach ein paar Monaten hatten wir uns schon angefreundet und waren per Du. Und Ein paar Monate darauf  sah ich ein, ich wollte ein Buch, ihre Geschichte auf Papier bringen und das Projekt "Einwanderungen" könne noch warten.

Ich habe Emilie Schindler 21 Jahre begleitet, habe mehrere Biografien über sie und Ihren Mann und ihre Helfer verfasst. Ich war immer Zeugin  der vielen Ungerechtigkeiten von Spielberg, Yad Vashem, usw. die sie von großen Einrichtungen erleiden musste. Über Spielberg, seinen Film, seine Anwälte, Yad Vashem könnte ich bestimmt  große Kompendien verfassen, aber was hilft es ja, wenn sie nicht mehr am Leben ist. Spielberg wurde für die Verfilmung des Filmes Schindlers Liste mit einem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet, während sie , die mutige Retterin mit einem am Bande! Spielberg hat sie mit keinem Cent Tantiemen beteiligt, während er 370 Mio U$D dadurch aufbrachte, und die Ungerechtigkeit in ihrem Leben war mit dem Thema Koffer gekrönt. Yad Vashem hat sich ihrem Erbe an Dokumenten, Aufzeichnungen, Fotos, komplette Schindlers Listen geeignet, mit dem  falschen Argument, "alles, was mit Judentum zu tun hat, gehört Israel". . .was sich schwer bezweifeln lässt, denn Emilie war die Alleinerbin von Oskar.

Ihr letzter Wunsch mit 93 Jahren war den Lebensabend nach 50 Jahren in Argentinien in Deutschland zu verbringen. Sie bat mich flehend darum, das vergesse ich nie und  mit der Deutschen Botschaft in Buenos Aires setzte ich ihren Wunsch sofort ins Rollen.

Heute vor 20 Jahren ist sie in Deutschland gestorben. Mir fehlen die Worte, ausgerechnet mir als Autorin um auszudrücken, wie sie mir noch fehlt. Emilie war die Oma, die ich nicht hatte und ich war ihr Kind, das Kind, das sie auch nie hatte. Wir haben uns ergänzt. Bei mir  brennt eine kleine Kerze in ihrem Gedenken und ich weiß, sie  schützt mich von da aus wo sie jetzt ist!

Prof. Erika Rosenberg, eine Autorin, die zwischen den Welten pendelt






Samstag, 2. Oktober 2021

Prof. Erika Rosenberg stellt ihr Buch "Das Glashaus" vor. Prof. Erika Rosenberg presenta su libro "La Casa de Cristal". Erika Rosenberg presents her book "The Glass House"

 


Prof. Erika Rosenberg kommt zu einer Lesung aus ihrem Buch "Das Glashaus" am Mittwoch in die Vogtländische Buchhandlung Reichenbach. Die Autorin ist in der Region keine Unbekannte. Die Biografin von Emilie und Oskar Schindler war schon öfter zu Lesungen und bei Projekten in der Netzschkauer Oberschule.


Freitag, 1. Oktober 2021

Lesung in der Reichenbacher Buchhandlung. Das Glashaus, die zivilcouragierte Schweizer Diplomat Carl Lutz rettete in Ungarn ca. 63.000 Juden vor dem Holocaust.

Noch Karten für Lesung erhältlich

Erika Rosenberg stellt ihr Buch "Das Glashaus" vor

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Noch Karten für Lesung erhältlich

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Über Herbst, Egoismus, Credo und Humanismus. Reflexiones sobre el otonio, egoismo, credos y humanismo. Reflections about life and humanity.

Erster Tag im November! Auf der Nordhalbkugel beginnen die Bäume ihr Laub zu verlieren. Es bildet sich ein verschiedenfarbiger Teppich mit den Blättern, die durch den Wind gepeitscht und gezogen wird. Die Kastanien lassen ihre Früchte fallen, die Apfelbäume, die verführerische Frucht der ersten Weltsünde berauschen uns beim Vorbeigehen mit ihrer Duft. 

Die Hirsche und Renntiere im Wald geben Ihre Innbrunst Rufe zur Paarung von sich und hier und da, spürt man die Metamorphose der Natur in dieser Jahreszeit.

Alles scheint wieder "normal" zu sein! Aber, was ist die lang ersehnte "Normalität", wenn man tatsächlich mit der Bedeutung des Worten befasst???

Viele Male, im Allgemeinen streben wir  unser ganzes Leben danach, aber wonach suchen wir überhaupt? Was sind unsere Ziele, unsere Absichten, unsere Pläne? Was verfolgen wir? Glücklich zu sein, reich zu werden, berühmt, erfolgreich, dass unsere Kinder und Kinder der Kinder den "würdigen" Weg lang gehen, die wir ihnen gezeigt haben? Die sie auch ein Leben führen wie wir es uns wünschen?

Khalil Gibran hat geschrieben: Deine Kinder sind nicht deine Kinder, sind Söhne und Töchter des Lebens. Mach deine Fenster und Türe auf und lass die herausfliegen!

Unser "Credo" "Gutes tun, ohne an wen zu schauen" Aber sind wir tatsächlich "solidarisch", großzügig dem nächsten gegenüber? Oder zum guten Schluss erfüllen wir  nur unsere Wünsche uns selbst zu helfen? Egoman, herrisch, heuchlerisch ist größtenteils dieser Welt. Viele wollen sich zivilcouragiert, behilflich, humanitäre zeigen, aber im Grunde belügen sie sich selbst.

Dieser kalte, sonnige Freitag im Oktober führt mich dazu über dieses Thema nachzudenken um nicht in die Banalität und Vulgarität des reinen Egoismus zu verfallen. 

Die Menschheit braucht viele Sandkörner um die riesige Düne des Humanismus zu bilden, und wenn wir den guten Willen haben, werden aus dieser Welt etwas Besseres zu schaffen. Mit ethischem Engagement und Tatendrank, mit Moral, Toleranz schaffen wir das! Wenn wir es nicht tun, hinterlassen wir nur eine Spur im Wasser, also nichts. . .

Das ist unser bestes Vermächtnis, was wir den Jungen Generationen hinterlassen können.

Ich überlasse Euch meine beschiedene Überlegung und wünsche allen ein erholsames, gesundes und erbauliches Wochenende.

Aus dem Tagebuch einer Autorin, die zwischen den Welten pendelt

Prof. ERIKA ROSENBERG 






 

Donnerstag, 23. September 2021

Überlegungen eines Freigeistes an einem Septembertag. Reflexiones de un espíritu libre en un día de septiembre. Reflections from a freesoul in September

Einige Tage in der alten Heimat und der Geist bekommt Flügel. Hinter mir liegt die Hektik der Reise, der letzten Tage, Monate in Buenos Aires, die mit sich viel Unsicherheit und Unruhe brachten. Diese Unsicherheit und Ruhe mit der Argentinier tagein tagaus seit langer Zeit, in meinem Fall mein ganzes Leben, konfrontiert werden. Ich weiß, nirgendwo ist ein Schlaraffenland, niemand kann sich eine paradiesische Insel aussuchen um unbekümmert auf immer und ewig zu leben. Das möchte ich auch nicht, das wäre in meiner Struktur  einfach undenkbar, aber der Mensch benötigt ein "bisschen" Entspannung. Obwohl ich hier Termine und noch Termine dicht einander habe, fühle mich im Vergleich zu Buenos Aires Vogelfrei. Von Natur aus bin ich ein Freigeist, könnte niemals ein anderes Leben führen. Ich bin rastlos, aber nicht, weil ich gezwungen werde, sondern, weil ich es einfach will. Ich genieße jede Minute meiner Freiheit, in der ich machtvoll bin. Umgeben von toller Natur, am Morgen Vogelgezwitscher, in der Dämmerung der Gesang der Kuckucksvögel im nahgelegenen Wald lassen meine Gedanken schweifen. Sie bekommen Flügel, Flügel der Freiheit!