Donnerstag, 27. August 2015

“Als ich mit dem Papst U-Bahn fuhr” Buchvorstellung in der Bonifatius Gemeinde in Fulda. Presentación de mi nuevo libro en Fulda

 

Die Autofahrt von Bad Salzungen nach Fulda hatte keine Schwierigkeiten wie  die Bahnfahrt  vor zwei Tagen. Wir kamen  in Fulda pünktlich an  und hatten sogar Zeit um eine Kleinigkeit vor dem Vortrag zu essen. Herzlich empfangen von Herrn Dr. Geiger und Frau Meitinger der Bonifatius Gemeinde begaben wir uns  zuerst   ins Essraum.

Die kurze Pause am Tisch tat mir sehr gut, denn am Vormittag  war ich an der Schule mit  Schülern. Der Vortrag samt  Ausstellungsführung dauerte um die drei Stunden. Alle waren  interessiert!

Die Veranstaltung am Abend katte ein ganz anderes Publikum, ältere Menschen, die sich  sehr für Religion und den Papst Franziskus interessieren. Vor allem seine große Leistung in Argentinien als Erzbischof hat alle tief beeindruckt.

Heute erwarten mich drei Veranstaltungen. Der Tag wird sehr lang, aber diese sind auch die Freuden der Pflicht, denn bestimmt werde ich interessanten Menschen begegnen. Es wird ein bereichernde Erfahrung!

Aus dem Tagebuch einer Autorin, die sich  in Deutschland schon eine Woche aufhält.

 

Fulda 002  Fulda 003

Dienstag, 25. August 2015

. . . Und wieder Bad Salzungen in Thüringen. Dr. Sulzberger-Gymnasium. Y nuevamente en Turingia.

 

Nach  einem sehr anstrengenden Tag in München mit vielen Gesprächen, Begegnungen, Besorgungen bestiegen wir  endlich den ICE in Richtung Bad Salzungen über Würzburg, Fulda, wo wir umsteigen mussten und von da aus nach Eisenach. Aber, schreckliche Überraschung  wegen einer Baustelle auf der Strecke München-Ingolstadt verspätete sich die Bahn um die 20 Minuten. Nicht mal im Traume hätten wir  die Anschlüsse erreicht. In Eisenach fuhr uns der Zug vor der Nase weg. Nächster erst um 23.11 Uhr. . . Der liebe  Burkhard Durner war  bereit uns mit dem Auto abzuholen. Wir warteten in der Bahnhofshalle in Eisenach. Draußen  regnete es  wie in Strömen. Drinnen José, ich und unser Gepäck. Kein Laden, kein Markt hatte auf. Die Einöde einer Bahnhofshalle  um 23 Uhr, wo keine Menschenseele vorbeigeht. Ein tolles Abenteuer für den Anfang meiner langen Vortragsreihe.

Heute morgen verlief alles anders. Vortrag im Gymnasium, Führung durch die Ausstellung aus dem Schindler Nachlass. Mittagessen beim Chinesen. Am Nachmittag konnte ich noch einen Artikel für eine argentinische Zeitung schreiben, Post erledigen (besser gesagt Mails), kurz skypen, um zu fragen wie es den Kindern und den Pudeln geht.  . . . und es blieb sogar ein bisschen Zeit um den wunderschönen See hier in Bad Salzungen zu spazieren. Heute Abend geht es weiter, morgen auch und so die ganze Woche. Ich verspreche  weiter davon zu berichten.

Aus dem Tagebuch einer Autorin, die am Montag in München “viel gelernt hat”, vor allem Menschenkenntnis. . .

alte Bilder und Bad Salzungen 012

Hier mit  sehr interessierten Schülern

Sonntag, 23. August 2015

Abschied, Abflug und Ankunft–Buenos Aires–München. Despedida, partida y arribo.

 

Der letzte Mittwoch in diesem August mit Facundo. Die letzten mit ihm verbrachten Stunden. Wir haben  diesmal  nicht Tennis mit einander spielen können. keine Zeit dafür! Wir haben ihn  abgeholt und  nach einem “Besuch” in einer schönen Konditorei, wo er seine Kakaomilch trank  und aß ein Stück  seines Lieblingskuchens, haben wir zusammen Hausaufgaben gemacht.  Mit ihm habe ich “Die Gedanken sind frei. . .”, einen Text über Österreich, Sachkunde, und Mathe eingeübt. Plötzlich  hob er den Blick  von seinem Heft und fragte mich: . . .”Und nun, was mache ich, du gehst und wann kommt Ihr wieder zurück? Nächstes Jahr?”  Mich brach das Herz, fand aber schnell die richtigen tröstenden Worte. Er verstand. Er schrieb weiter. Ich drehte mich  einen Moment um und betrachtete Axel und Daphne auf der Couch, die auch ohne uns für  einige Monate sein sollen. Man denkt, Tiere sind ahnungslos, aber  ich bin mir sicher, sie hatten schon davon geahnt, weil  einige Tage vor unserer Abreise schon  nicht mehr fressen wollten. Ich musste sie selbst füttern. So ging es!

Gegen 21 Uhr brachte ich Facundo bis zur U-Bahn, wo Eric auf ihn wartete. Wir haben an der U-Bahn Abschied genommen. Es war schnell, aber noch vor der Rolltreppe, drehte er sich um und winkte er mir zu. Er hatte ein trauriges Lächeln, mehr eine Minne als ein Lächeln. Vor dem Abflug  telefonierten wir noch mit einander. Er war traurig und ich auch. Aber die Idee des Widersehens im Dezember macht uns Hoffnung, denn nach einem Abschied gibt es immer ein glückliches Wiedersehens.

Heute sind wir schon in München nach einem langen aber sehr guten Flug. Ein wunderschönes Wetter hat uns empfangen, auch unsere lieben Freunde. Mein Handy klingelt und klingelt. Jetzt mache ich eine Pause und gehe schwimmen, denn morgen geht es schon  mit meinem langen und harten Programm los!!!

 

Aus dem Tagebuch einer Autorin, die in die alte Heimat wiederkehrte

Montag, 17. August 2015

Der Sohn von Eric, Matthias hatte am Samstag Geburtstag! El hijo de Eric cumplió anios!

 

Inmitten der vielen Arbeit und Vorbereitungen auf  meine  Vortragsreihe in Europa machten wir eine sehr angenehme Pause. Wir feierten im kleinen  Familienkreis  Matthias Geburtstag. Viel Lachen, viel Kuchen, interessante Themen  am Tisch  mit den Erwachsenen über die aktuelle Gesellschaft und die Politik in der Welt, obwohl nicht alle einer einzigen Meinung waren, wie  es auch dazu gehört. Außerdem verschiedene Meinungen zu hören und zu vertreten ist es völlig gesund.” Gesünder” aber ist alles zu akzeptieren, was der andere denkt. Innerlich bin ich sehr stolz auf die offene  Gedankenwelt, die mein Mann und ich unserem Sohn Eric gegeben haben. Er ist tatsächlich ein Freigeist!

Es war ein tolles Geburtstagsfest. Und wir haben die wunderschönen Stunden sehr genossen!

Aus dem Tagebuch einer Autorin, die bald in die zweite Heimat geht

 

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Donnerstag, 30. Juli 2015

Ein Ausflug in die Delta von Tigre. Una excursión en el Tigre

 

Die Kinder sind schon von den Winterferien zurück und am Montag heißt es, wieder in die Schule zu gehen. Also, es war  fast “ein Muss” etwas Außerordentliches mit den beiden zu unternehmen. Auf dem Programm standen viele Möglichkeiten, vom Kino, Theater, Klub, Tennisspielen, schwimmen gehen. . . oder einfach eine Dampferfahrt in Tigre. Obwohl das Wetter wirklich nicht mitmachte, denn es war grau, trüb und drohte in  jedem Moment zu regnen, haben wir uns für das Letzte entschieden, denn dies wäre  ein tolles Erlebnis  für Facundo und Matthias. Punkt um 17 Uhr legte  das Schiff ab. Die Kinder machten große Augen bei jeder Bewegung des Schiffes, bei dem braunen Strudel  des Flusses. Warum sei das Wasser braun und nicht  wie im Meer?. Wir fuhren an  Inseln vorbei, auf denen typische Häuser der Gegend zu sehen sind. Alle mit einer Treppe wegen den  Überschwemmungen, denn wenn der Paraná Fluss außer Ufer tritt, wird teilweise alles überschwemmt.

Der Ausflug dauerte  eine Stunde, wo die Kinder Hunger auch kriegten: Pommes, Ein Toastbrot mit Käse und Schinken, Cola. . . Halt, was die Kinder  immer mögen.

Die Rückfahrt  mit dem Auto in die Stadt  war ein wahres Pandämonium. Viel Verkehr auf der Autobahn und Straßen.

Es war ein sehr schöner Mittwoch, einer der letzten, denn der Countdown läuft. Bald sind wir wieder “drüben”, in der alten Heimat, Old Germany für einige Zeit und der Kontakt zu unseren Lieben  wird abgebrochen. Nur Skype, Telefon, WhatsApp.

Aus dem Tagebuch einer Autorin, die auch Omi ist

 

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Mittwoch, 29. Juli 2015

Ein wunderschöner Empfang in der Deutschen Botschaft Buenos Aires. Maravillosa recepción en la Embajada Alemana

 

Ungewöhnlich stiegen die Temperaturen  in unserem winterlichen Juli bis auf 26° Celsius. Es war wie Frühling im mitten des Winters. Das Wetter wirklich wie bestellt für  den Empfang in der Deutschen Botschaft Buenos Aires, wo  der Botschaftsrat  Herr Tim Nover  zuständig für die Presse- und Menschenrechte Abteilung nach fast vier Jahren im Lande verabschiedet wurde. Man wird  Herrn Nover sehr vermissen in seiner immer so freundlicher Art. Wir wünschen ihm viel Erfolg für die nächste Funktion in Berlin!

Der eine geht, die anderen kommen! An seiner Stelle  kommt Botschaftsrat Herr Oliver Lanner, mit dem ich mich  lange unterhalten habe.  Es gibt auch noch ein herzliches Willkommen: Botschaftsrat der Kulturabteilung Herr Harald Bodo Herrmann.

Vielen herzlichen Dank Herr Botschafter Graf von Waldersee  für die Einladung und dass Sie auch an uns gedacht haben!!!

Viele bekannte und vertraute Gesichter trafen sich  kurz vor 18.30 Uhr beim Einlass am Tor der Botschaft. Dr. Thomas Leonhardt, Frau Eleana Alemann vom Argentinischen Tageblatt zusammen mit  dem Chefredakteur Stefan Kühn und Journalisten Christof Markus, Julio Segador Korrespondent für Südamerika ARD, Vertreter der Gobierno de la Ciudad de Buenos Aires, alte Kollegen vom Goethe Institut wie Mario Kohn und Renate Hoffmann, die  genauso wie ich , dort nicht mehr tätig sind.

Interessante Gespräche ,ein ausgezeichnetes Büffet, hervorragende Getränke ließen die Zeit wie im Nu vergehen. Kurz vor 21 Uhr sind wir  gegangen, aber einige blieben  und tauschten sich noch aus.

Es war ein sehr schöner Abend. Vom Himmel aus schaute uns ein Vollmond wie in Tausend und eine Nacht. . .

Aus dem Tagebuch einer Autorin, die gestern eine kurze Pause in ihrer Arbeit gemacht hat, um den Abend zu genießen.

 

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Auf dem Bild mit Botschaftsrat der Kulturabteilung Christian Krüger

Montag, 6. Juli 2015

'Papst Franziskus hat das Zeug zu einem großen Menschen'

51196 Eine Jüdin veröffentlicht ein ungewöhnliches Papst-Portrait. Erika Rosenberg im Interview. Von Michael Hesemann

Buenos Aires (kath.net) Erika Rosenberg aus Buenos Aires, Tochter jüdischer Einwanderer und Holocaust-Überlebender, gilt als weltweit führende Expertin für Oskar und Emilie Schindler, die engagierten Judenretter. Für ihre Vorträge, ihr Bemühen, in deutschen Schulen die Schrecken des Holocaust, aber auch das humanitäre Engagement der Schindlers zu vermitteln, wurde sie mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland am Band ausgezeichnet. In ihrer argentinischen Heimat dozierte sie am Goethe-Institut und an der Katholischen Universität. Dort lernte sie Jorge Mario Bergoglio kennen, den damaligen Erzbischof von Buenos Aires, den späteren Papst Franziskus. Fasziniert von seiner tiefen Menschlichkeit machte sich die gläubige Jüdin auf eine Spurensuche, sprach mit Dutzenden Weggefährten – und schrieb darüber ein Buch. Michael Hesemann interviewte sie für kath.net.
Michael Hesemann: Frau Rosenberg, gerade erschien im Herbig-Verlag Ihr neues Buch „Als ich mit dem Papst U-Bahn fuhr“. Immerhin leben Sie seit über sechzig Jahren in Buenos Aires, der Stadt, deren Erzbischof Jorge Mario Bergoglio vor seiner Wahl zum Papst war. Wie kam es dazu, wie nah kamen Sie dem heutigen Papst damals?
Erika Rosenberg: Ich kam ihm sehr oft nahe und es war keine große Mühe, denn schon damals war Pater Jorge immer unterwegs: er fuhr mit öffentlichen Verkehrsmitteln und hielt Messen auf dem Platz in Constitución. Er war für alle Menschen da! Ich fing an, mich für seine Person zu interessieren, zunächst wegen des interreligiösen Dialogs. So kam ich an einem Feiertag zum Tedeum in die Kathedrale, um diesen besonderen, eigenartigen und einzigartigen Menschen live zu erleben. Das war 1998. Und ich saß an der ersten Reihe in der Kirche. Er imponierte mir sehr mit seinen klaren und deutlichen Ausführungen. Kurz danach begegnete ich ihm mehrfach in der U-Bahn.
Hesemann: Sie sind in Deutschland nicht als Papstexpertin bekannt, sondern als Freundin und Nachlassverwalterin von Emilie Schindler und führende Expertin über Oskar Schindler und den Holocaust. Was veranlasste Sie, als Jüdin ein Buch über den Papst zu schreiben?
Rosenberg: Ausgerechnet als Expertin für das Thema „Emilie und Oskar Schindler. Zwei unbesungene, zivilcouragierte und mutige Helden“ interessierte es mich, nicht „nur“ über einen Papst zu schreiben, sondern über einen bescheidenen, demütigen Menschen, der immer lebte, was er predigte. Einen Menschen, der die Begabung hat, Hoffnung und Liebe zu vermitteln, ja Brücke zu bauen, und das weltweit, nicht nur zwischen Christen, sondern auch zu Menschen anderen Glaubens und aller sozialen Schichten. Er ist der Anwalt der Ärmsten der Armen.
Hesemann: Nun, das waren andere Päpste auch, der eine mehr, der andere vielleicht weniger. Was ist Ihrer Meinung nach das Besondere an Franziskus?
Rosenberg:
Ich glaube, alle Amtsvorgänger von Papst Franziskus waren in ihrer Form besondere Menschen und jeder hat eine andere große Begabung. Johannes Paul II., zum Beispiel, öffnete Grenzen in den Herzen vieler Menschen, auch in der Politik. Benedikt XVI. war und ist ein einmaliger Gelehrter, ein großer Theologe und Philosoph mit seinen Werken, seinen Schriften und seinem ganzen, großen Erbe. Beide waren Europäer. Papst Franziskus traut sich, vielleicht weil gerade weil er kein Europäer ist, zu, viele Reformen anzupacken, von denen andere wahrscheinlich nie geträumt hätten. Außerdem ist er Jesuit. Er hat schon des Öfteren bewiesen, dass er keine Angst hat, vor Nichts und vor Niemandem. Er denkt und handelt gleichzeitig, je nachdem, was die Situation gerade erfordert. Zuerst erkennt er die Lage und dann handelt er danach. Er ist direkt, ehrlich und spricht die Sprache des Volkes, ohne jedes „wenn“ und „aber“, und nicht durch die Blume. Ich schätze seine Direktheit an ihm!
Hesemann: Wir wissen alle von seiner Freundschaft zu Rabbi Abraham Skorka. Aber wie gut waren seine Kontakte zur jüdischen Gemeinde an sich?
Rosenberg:
„Pater Jorge“, wie wir ihn damals nur nennen sollten, war nicht nur der Freund von Rabbi Skorka, er pflegte einen regen Kontakt zu der gesamten Jüdischen Gemeinde und organisierte in den Villas Miserias, den Elendsvierteln der Stadt, Feierlichkeiten für die Mitglieder beider Religionen, zu denen auch Rabbiner gemeinsam mit den Mitgliedern ihrer Gemeinde eingeladen waren. Ich könnte Ihnen da viele Beispiele nennen …
Hesemann: In Deutschland streitet man darüber, ob dieser Papst ein Progressiver, ein Reformer oder ein Bewahrer der katholischen Lehre, ein Purist, ist. Was ist Ihre Meinung dazu? Wie nahm man ihn in Buenos Aires wahr?
Rosenberg:
Leider kann ich auf diese Frage nicht antworten aus dem einfachen Grunde, dass mir als Jüdin gar kein Urteil darüber zusteht. In Buenos Aires hatte er immer in großer Stille gewirkt, nie etwas an die große Glocke gehängt. Er wollte sich ja nie profilieren. Ganz im Gegenteil.
Hesemann: Hat er sich denn verändert, seit er Papst wurde?
Rosenberg:
Papst Franziskus hat gewiss erkannt, dass ein Mensch seine Ideen und Handeln reifen lassen kann. Bei ihm ist das „Aggiornamento“ etwas Wichtiges, außerdem ist er als so begabter und kluger Mensch sehr flexibel, handelt also nach dem Bedürfnis der jeweiligen Situation. Hier, in seiner Heimat Argentinien, war er Weihbischof, Erzbischof, Kardinal, nun ist er Papst in Rom. Das ist halt eine andere Aufgabe in einem anderen Umfeld.
Wenn man einen Menschen verstehen will, muss man seinen Fußstapfen folgen. Das versuchte ich, als ich für mein Buch „Papst Franziskus“ nach Buenos Aires flog, das gelingt Ihnen als Einheimische natürlich in einem viel breiteren Spektrum. Was also ist das Argentinische an Papst Franziskus, was erfuhren Sie über ihn durch Ihre Gespräche mit seinen Weggefährten?
Dieses Buch zu verfassen, hat mich viel Mühe, Zeit und schlaflose Nächte gekostet. Obwohl ich hier in Buenos Aires nur das halbe Jahr lebe, denn die anderen sechs Monate bin ich in Europa unterwegs, und daher gar nicht so viel Zeit dafür gehabt habe. Ich musste alles, ein so großes Pensum, in sehr kurzer Zeit sachlich, ausführlich und auch wahrhaftig erledigen.
Papst Franziskus als Lateinamerikaner versteht viel mehr die Realität vor Ort. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass seine Familie aus Italien stammt, er also selbst immer auch ein wenig Europäer war.
Franziskus hat damit diesen doppelten Sinn, diese doppelte Perspektive, wie ich sie als Tochter deutscher Eltern wohl auch habe. Man wächst mit den beiden Kulturen auf. Und das empfinde ich als großen Vorteil, um vieles hier und dort besser verstehen zu können.
Hesemann: Wie intensiv war Ihr Kontakt zu ihm während der Arbeiten an Ihrem Buch?
Rosenberg:
Ich habe Papst Franziskus mehrmals bei Audienzen getroffen und wir standen in ständigem Kontakt durch Dritte, die mir halfen, manche Angaben zu korrigieren.
Hesemann: Hat Franziskus das Zeug zu einem großen Papst? Und wenn ja, worin wird diese Größe bestehen?
Rosenberg:
Ich weiß es nicht, ob er das Zeug zu einem großen Papst hat. Ich frage Sie, was meinen Sie damit? Was ist das Zeug zum großen Papst? Rote Schuhe, goldenes Kreuz, Mozzetta? Nein, das hat er bestimmt nicht.
Aber er hat etwas sehr viel Wichtigeres: Er hat das Zeug zu einem großen Menschen. Und das ist mir als Mensch, als Zeitgenossin und als Jüdin doch viel wichtiger!
Hesemann: Danke, Frau Rosenberg!
kath.net-Buchtipp
Als ich mit dem Papst U-Bahn fuhr
Jorge Bergoglio aus Buenos Aires
Von Erika Rosenberg
Hardcover
240 Seiten, Herbig 2015
ISBN 978-3-7766-2753-4
Preis 20.60 EUR
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Papst Franziskus begrüßt Erika Rosenberg


Titelblatt des Buches: Erika Rosenberg, ´Als ich mit dem Papst U-Bahn fuhr´


Kurzvideo: Erika Rosenberg über Emilie Schindler



Foto Erika Schindler und Papst Franziskus © Michael Hesemann

Andrea Kreisz schreibt:


Liebe Erika Rosenberg, anfangs war ich ja skeptisch: Erika schreibt ein Buch über den Papst? Dann siegte doch meine Neugier, da ich deine beiden Schindler- Bücher so mag und kaufte mir das Buch. Und ich wurde nicht enttäuscht. Ich habe nicht nur viel über den Papst erfahren, sondern auch noch viel über die Politik deiner Heimat und habe auch gern an deiner Recherche "teilgenommen". Du hast wieder sehr emotional geschrieben und mir hat es viel Freude gemacht, deine Zeilen zu lesen. Danke für dieses Buch.